Gedenken an Otfried Preußler



„Kinder sind das beste und klügste Publikum, das man sich als Geschichtenerzähler wünschen kann." Dieser Überzeugung folgend schrieb Otfried Preußler seine legendären Kinderbücher: „Die kleine Hexe" und der weltberühmte „Räuber Hotzenplotz" sind nur einige seiner phantasiereichen Erzählungen für Kinder.

Am 18. Februar ist der Schriftsteller in Prien am Chiemsee verstorben. Im Oktober hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Bereits mit zwölf Jahren schrieb Preußler, geboren 1923 im böhmischen Reichenberg, seine ersten Geschichten. Sein Plan Schriftsteller zu werden, wurde zunächst durch seine Einberufung zur Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zunichte gemacht. Doch selbst in seiner Zeit als sowjetischer Kriegsgefangener war es das Geschichtenerzählen, was ihn und seine Kameraden über Heimweh, Verzweiflung und Tod hinweg tröstete.

Im Anschluss begann er ein Lehramtsstudium. Seinen Wunsch Schriftsteller zu werden, hatte er nicht vergessen und so fing er an zu schreiben. 1956 erschien Preußlers erste erfolgreiche Erzählung „Der kleine Wassermann". Es folgte „Die kleine Hexe", die er für eine seiner Töchter schrieb, um ihr die Angst vor bösen Hexen zu nehmen. In den 60ern erschienen „Räuber Hotzenplotz" und „Der Kleine Wassermann", 1971 sein erster Jugendroman „Krabat", der zum Welterfolg wurde.

Preußlers preisgekrönte Werke wurden in fast 60 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 50 Millionen Mal verkauft. Seine Geschichten waren Vorlage für zahlreiche Hörspiele und Theaterfassungen. 2009 zeigte das junge theater konstanz „Das kleine Gespenst".

Wir gedenken Otfried Preußler, der unsere Welt mit seinen phantastischen Erzählungen bereichert hat. Denn wie Preußler schon selber sagte, gehört „die Fähigkeit zu phantasieren und zu träumen zum vollen Menschsein" dazu. Danke für Ihre Inspiration Herr Preußler und wunderbare Erinnerungen an eigene Kindertage, die wir mit großer Freude weitertragen werden.