Was ist denn in den Kulissen los?



Das war ein knackiges, positives und auch überraschendes Fest des Stadttheaters Konstanz mit „Mit Pauken und Trompeten" zum Saisonstart. Mitten in der Stadt - zwischen dem Start des Umzuges auf der Marktstätte und dem Münsterplatz mit Bühne und Aktionsständen - sowie in nahezu allen Räumen und Bühnen rund um das Haupthaus gab es lustige, ungewöhnliche, informative oder auch handwerklich-praktische Einblicke in das Leben und Wirken der großen Konstanzer Bühne und seinen Schauspieler*innen.

Es waren bis in den Abend hinein an die  5000 Besucher, die sich die Chancen nicht entgehen ließen, einmal tief in die Kulissen zu schauen und sich durch unterschiedlichste Sonderaufführungen ein umfassendes Bild von den vielfältigen Aktivitäten in dieser eigenen Welt zu verschaffen. Am Beginn stand natürlich die Präsentation des Ensembles durch Schauspieldirektor Marc Zurmühle, wofür sich nahezu alle Darsteller*innen etwas Spezielles hatten einfallen lassen auf die Frage: „Was macht Sie glücklich am Theater?" Durch diesen teils sehr humorigen respektive witzigen Einstieg waren alle Schranken überwunden, Besucher und Schauspieler*innen mischten sich anschließend an den verschiedenen Aktionsorten.

Beeindruckend professionell etwa die Tanzvorführung des Jugendclubs, sehr persönlich und zurückerinnernd die sogenannte „Lecture Performance" mit der Besetzung des kleinen Ladens gegenüber der „Wendelgard", wo die 68er für drei kurze Vorführungen durch das Junge Theater, verstärkt durch zwei Theatermitarbeiter*innen aus jenen großartigen Tagen, nochmal sehr aktiv wurden: „68er - Macht kaputt, was euch kaputt macht" war ein kleines Highlight der etwas anderen Art.

Bevor die Podiumsdiskussion auf der Bühne des sehr gut gefüllten Großen Hauses zum Saison-Thema des Theaters „Wer kriecht, stolpert nicht" den Tag sehr spannend abrundete, gab es viele Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen oder Neues aus dem Theater-Inneren hinter den Kulissen zu erfahren. Etwa praktische Technikvorführungen, einen Zirkusparcours (das wird gegen Ende der laufenden Spielzeit noch sehr aktuell...), ein Besuch in „Godots Geisterbahn" oder Schauspieler*innen-Vorsprechen live. Am Ende dieses Tages war einmal mehr deutlich geworden: Die Konstanzerinnen und Konstanzer sowie „ihr" Theater können einfach gut miteinander. Eine wichtige Erfahrung in tosenden Zeiten.

Lutz Rauschnick