Premieren



¡HASTA LA VICTORIA SIEMPRE!AUF NACH AMERIKA

Als die Vereinigten Staaten von Amerika den Prozess der Loslösung von der britischen Kolonialmacht hinter sich gebracht hatten und das Land dabei war, sich selbst auf
konstitutionelle Füße zu stellen, formulierten sie in ihrer Unabhängigkeitserklärung, dass die Gleichheit, die Freiheit und das Streben nach Glück, »The Pursuit of Happiness«, zu den unveränderlichen Grundrechten der Menschen gehören würden. Was für ein Versprechen, was für ein Traum, was für eine wunderbare Verheißung.
Sich mit der neuen Welt zu beschäftigen, diesem gewaltigen Kontinent Amerika, ist eine Anmaßung. Aber gerade jetzt, da der Norden für Befreiung durch Krieg, für Rassenkämpfe und Unterdrückung steht, hat Amerika uns eine wunderbare Literatur geschenkt: Geschichten über die große Einsamkeit, die nach dem Traum der großen Freiheit kam: Hundert Jahre Einsamkeit. Kaum hatten sie sich gefunden, die neuen Nordamerikaner, taten sie all den anderen das an, vor dem sie selbst in Europa geflüchtet waren.
Im Zauberer von Oz sucht die kleine Dorothy nach den Tugenden, die später Johnny Cash besingen wird, Christoph Kolumbus hat den Indios das Verderben gebracht und Richard III. war ein früher Konquistador, ein Stratege der Macht.
Die neue Welt hat Wissen gebündelt und gehortet: Allwissen der Geheimdienste, bevor die Welt endgültig vermessen ist, macht sich ein kleines Theater im Süden der Republik auf den Weg, schlecht subventioniert und voller Hoffnung wollen wir die Welt nach Konstanz holen, um sie künstlerisch zu ergründen. Na, ob das mal gut geht. Aber Kennedy ist gescheitert und gemordet, die Familienserie Bonanza längst abgespielt: Eines langen Tages Reise in die Nacht.
Auf nach Amerika und nach Buenos Aires, Oh, wie schön ist Panama, während der Norden verrottet, lebt in Havanna der alte Fidel Castro immer noch vor sich hin, nachts denkt er an Che Guevara, der nicht das Glück hatte alt zu werden: Hasta la victoria siempre, ihr müden Bodenseevölker, es ist nie zu spät, fordert das Unmögliche, geht ins Theater oder setzt uns ab. Abonniert! Oder stürmt die Kasse. Es ist nie zu spät von der Revolution zu träumen - und wenn das nicht gelingt, sich lustvoll bei uns zu unterhalten.

Ihr Christoph Nix
Intendant