Geschichte



Theater Konstanz seit über 400 Jahren


Theater Konstanz - am längsten bespielte Bühne Europas!
Ein Superlativ, aber es stimmt: Seit über 400 Jahren wird hier Theater gemacht. Angefangen hat es mit der Gründung einer Schule durch die Jesuiten. Baubeginn 1607. Die Holzsäulen im Erdgeschoss stammen noch aus dieser Zeit. Von Schülern werden geistliche Stücke aufgeführt, lateinisch. Über Märtyrer und Heilige, aber auch Missionsgeschichten aus Ostasien. Fürs Publikum gibt es Programme mit deutscher Zusammenfassung.

Das Relief an der Fassade des Stadttheaters

Zu den beliebtesten Bühnenfiguren gehörte bis ins 18. Jahrhundert die lustige Person. In der deutschen Tradition gab es den Hanswurst. Aus dem italienischen Theater stammte der Harlekin. Sie machten aus dem Stegreif derbe Späße, die häufig nichts mit dem Stück zu tun hatten. Weil sie nicht die „Handlungen des gemeinen Lebens" nachahmten, wurden sie in der Aufklärung als „Geschöpfe einer unordentlichen Einbildungskraft" von Johann Christoph Gottsched (1700‒1766) vehement abgelehnt. Er hielt nichts von „ungereimten Streichen", sondern wollte ein am französischen Vorbild orientiertes „regelmäßiges" Theater in Deutschland etablieren. Die Dichtkunst sollte Regeln folgen und das Theater eine „Schule guter Sitten" sein.