Liis Kolle



Dramaturgie

Liis Kolle wurde in Tallinn/Estland geboren und beendete 1989 das dortige Musikgymnasium mit der Qualifikation zur Chorleiterin. Danach studierte sie an der Universität Tartu Theater- und Literaturwissenschaften und war als mehrfach ausgezeichnete Musik- und Theaterjournalistin für verschiedene Printmedien Estlands tätig. Während ihres Auslandsjahres in Helsinki, wo sie unter anderem ein Gastspiel der Deutschen Oper Berlin sah, entschied Liis Kolle sich für das praktische Theatermachen. Nach der Schauspielausbildung in Estland absolvierte sie 1999-2005 an der Berliner  Hochschule »Hanns Eisler« das Studium als Musiktheater-Regisseurin.
Nach Regieassistentin bei u. a. Joachim Herz und Stefan Herheim folgten eigene Engagements an mehreren estnischen Theatern sowie am Theater Gera-Altenburg. Zu den Regiearbeiten von Liis Kolle gehören Beethovens »Fidelio«, Händels »Rinaldo«, Rossinis »Barbier von Sevilla«, »Signor Bruschino« und »Der Heiratswechsel«, Ravels »Das Kind und die Zauberdinge«, Lortzings »Wildschütz«, Haydns »Die wüste Insel« sowie Maury Yestons und Arthur Kopits Musical »Phantom«. Liis Kolle hat mehrere Uraufführungen jüngerer estnischen Komponisten dramaturgisch begleitet und inszeniert, davon wurde Mari Vihmands »Die Formel der Liebe» (UA Estnische Nationaloper, 2008) nach einem Buch von Esther Vilar und mit Ana Mondini als Choreographin zum staatlichen Kulturpreis Estlands nominiert. Außerdem hat Liis Kolle internationale Galaveranstaltungen konzipiert und inszeniert, in denen sie sich mit der Geschichte ihres Heimatlandes auseinandergesetzt hat, sowie in den Bereichen Kabarett, Performance und Film experimentiert.
Von 2007 bis 2011 arbeitete Liis Kolle als Dozentin für den szenischen Unterricht an der Estnischen Musik- und Theaterakademie. Unter anderem leitete sie dort ein aus EU-Fördermitteln subventionierte Projekt zur Einführung der Lehre des zeitgenössischen Musiktheaters im Opernstudio, in dessen Rahmen Ana Mondini mit den Studenten ein nachhaltig inspirierendes Bewegungsworkshop durchführte. Außerdem unterrichtete Liis Kolle die Grundlagen des Schauspiels und der Regie an der Bühnenbildklasse der Universität der Künste Estlands.
Gegenwärtig lebt Liis Kolle wieder in Berlin. Sie ist als freie Projektleiterin für Musikprojekte tätig und berichtet regelmäßig als Journalistin in estnischen Medien über die Entwicklungen im deutschen Musiktheater. »Spiegel im Spiegel« am Theater Konstanz ist ihr erstes Engagement als Produktionsdramaturgin.


War in den vergangen Spielzeiten zu sehen in: