Didi Danquart



Regisseur

Didi Danquart wurde 1955 in der Industriestadt Singen am Hohentwiel geboren und ist dort aufgewachsen.1978 war er Mitbegründer der »Medienwerkstatt Freiburg« - infolgedessen engagierte politische, gegenöffentliche Arbeit durch die neu aufkommende analoge Videotechnologie und didaktische Film/Ausbildung mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm. Ab 1983 war er hauptberuflich Filmemacher im Kollektiv bis 1991. In dieser Zeit realisierte er über 20 lange Dokumentarfilme, vorwiegend in der BRD, Süd- und Mittelamerika sowie zunehmend in Osteuropa und dem Balkan.

1992 entstand über die filmische Euthanasiepropaganda der Nazis - erstmals unter seiner eigenen Autorenschaft - der preisgekrönte Kino-Essay-Film »Der Pannwitzblick« und ein Jahr später - im belagerten Sarajewo - der Antikriegsfilm »Wundbrand« (zusammen mit Johann Feindt), der auf dem 24. Internationalen Forum des jungen Films seinen Release hatte.

1995 gab Didi Danquart sein Spielfilmdebüt mit der Schwarzwaldgroteske »bohai Bohau«. 1999 folgte die Verfilmung des Theaterstückes »Viehjud Levi« von Thomas strittmatter, mit der ihm der internationale Durchbruch gelang und er u.a. den »Caligari Preis« auf der Berlinale sowie den Preis des Bürgermeisters auf dem Internationalen Filmfestival von Jerusalem gewann.

Von 2001 bis 2007 lehrte Danquart hauptberuflich »künstlerischen Film« an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe. Seit 2009 hat er den Lehrstuhl für Spielfilmregie an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln inne.

Nicht zuletzt deswegen wandte er sich in den letzten Jahren wieder verstärkt den »Subgenres« des Fernsehspiels zu. 2012 drehte er den Kammerspielthriller »Das letzte Wort« (mit Thomas Thieme und Shenja Lacher) und 2015/2016 die philosophische Pulp-Story »Goster«, nach dem Kriminalroman von Gerd Zahner. Wie in allen seinen künstlerischen Filmen hat Didi Danquart auch in »Goster« vorwiegend mit aktiven Bühnenschauspielern (Bruno Cathomas, Julia Riedler) gearbeitet, mit denen er in den letzten 20 Jahren immer wieder aufs Neue seinen selbstformulierten ästhetischen Stil des »theatralischen Realismus« weiterentwickelt. »Goster« war für den Grimme-Preis 2018 nominiert.


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