23.03.2012 | Spiegelhalle | ca. 180 Minuten mit Pause

Die Rundköpfe und die Spitzköpfe


Von Bertolt Brecht, Musik: Hanns Eisler


Der Staat Jahoo ist zerrüttet und bankrott. Es wird zwar viel produziert, aber die Pächter verarmen und wollen den Herren Pacht und Steuern nicht mehr zahlen. Im Lande formiert sich eine Rebellion. Was tun? Der Vizekönig und der Staatsrat vertrauen pro forma Angelo Iberin, einem unerschrockenen Reformpolitiker, die Staatsgeschäfte an. Dieser macht schnell die Unterscheidung zwischen arm und reich als Ursache allen Übels aus. Sein Vorschlag lautet, das Volk nunmehr nach seiner Physiognomie einzuteilen: in die rundköpfigen Tschuchen und die spitzköpfigen Tschichen, und die Spitzköpfe zu verfolgen. Die Reform findet großen Zuspruch im Volk. Die Gewinner sind - zunächst - die Tschuchen. Doch auf das Hochgefühl folgt die Ernüchterung. Dank Iberins Gewaltkur konnte der Aufstand der Pächter gezähmt und die Staatskrise abgewehrt werden. Der Vizekönig kehrt zurück, um mit rundund spitzköpfigen Pachtherrn zu speisen. Und die aufständischen Pächter werden gehängt. Brechts mit dem Untertitel »Reich und reich gesellt sich gern« versehene Parabel aus dem Jahr 1931 entpuppt sich mit der Musik Hanns Eislers als deftiges PolitMusical. Der Regisseur Martin Nimz, der unter anderem am Staatstheater Kassel, am Theater Dortmund, am Schauspiel Frankfurt, am Staatsschauspiel Dresden und am Theater Heidelberg inszenierte, wird dieses selten gespielte »Gräuelmärchen« in Konstanz auf die Bühne bringen.


© Ilja Mess

PRESSEREZENSIONEN


26.03.2012 ? SüDKURIER

Das richtige Leben im falschen

Nimz gelingt ein launiger, aber auch lauter Theaterabend - dabei versteht sich die Commedia dell'arte auch als Text dienendes Spaßtheater. Er hat willige Schauspieler, die gleich mehrere Rollen bekleiden


26.03.2012 ? THURGAUER ZEITUNG

«Macht ist so geil» – Klamauk weniger

Überzeugt hat hingegen das Ensemble. Max Hemmersdorfer als Anwalt des Gutsherren und Susi Wirth in ihrer Rolle als Frau Cornamontis ernteten verdienten Extra-Applaus des Publikums