13.04.2012

Ruiniert


Lynn Nottage
Deutschsprachige Erstaufführung


Mama Nadi führt mitten im Dschungel der vom Bürgerkrieg zerrütteten Republik Kongo ein Bordell. Dort beschützt sie ihre Mädchen und profitiert zugleich von den Frauen, mit deren Körpern die Soldaten der Regierung und der Rebellen Krieg führen. In der Bar treffen sich alle: zwielichtige Händler und Diamantenschmuggler, Soldaten und Rebellenführer. Und in der Mitte Mama Nadi. Geschickt weiß sie, Josephine, Sophie und Salima zu schützen, die alle schreckliche Dinge erlebt haben, bis der Bürgerkrieg auch die Bar erreicht ... Die US-Amerikanerin Lynn Nottage schrieb das Stück auf der Grundlage einer Recherchereise in den Kongo. Sie führte ausführliche Interviews mit Frauen, die ihr von ihren Erlebnissen im Bürgerkrieg berichteten, und verdichtete diese Geschichten zu einem Stück, das 2008 in Chicago uraufgeführt wurde und das mit dem begehrten Pulitzer Preis im Jahr 2009 ausgezeichnet wurde. Nach seiner erfolgreichen Inszenierung von Henrik Ibsens »Peer Gynt« führt Oliver Vorwerk zum zweiten Mal in Konstanz Regie.


TRAILER: RUINIERT


© Video: Max Fürth / Titelbild: Ilja Mess


PRESSEREZENSIONEN


14.04.2012 ? NACHTKRITIK

Lynn Nottages pulitzerpreisgekröntes Stück über den Bürgerkrieg im Kongo in Konstanz zuerst auf Deutsch

Inmitten eines Tanzes des Todes steht Mama Nadi, die diesen Handelspuff mit Billardtisch leitet, und völlig aussichtlos darum kämpft, sich nach allen Seiten hin neutral zu verhalten: eine Art afrikanische Mutter Courage.


16.04.2012 ? SüDKURIER

Aufschrei gequälter Kreaturen

Aber auch Jana Alexia Rödiger als die unverbildete gute Seele Sophie, die immer wieder mit schöner Stimme gegen die Trostlosigkeit ansingt und Ralf Beckord, der den Absturz in den Alkohol intensiv verkörpert, ragen aus dem engagierten Ensemble noch heraus. Viel Beifall, vor allem für die Leistung der Schauspieler.


16.04.2012 ? SEEMOZ

Mutter Courage am Kongo

Was Miriam Japp als Mama Nadi an Bühnenpräsenz und Wandlungsfähigkeit zeigt, ist verdammt bemerkenswert: Zwischen kaltschnäuziger Puffmutter und treu sorgender Amme zieht sie alle Register. Alle Achtung aber auch für Julia Philippi (Salima), Jana Alexia Rödiger (Sophie) und Sophie Köster als Josephine. Wie diese jungen Interpretinnen die Zerstörtheit geschundener Frauen in Sprache und Körpersprache spielen - das ist wahrlich großes Theater. Immer wieder erstaunlich, was dieses kleine Ensemble an Schauspieler-Leistungen hervorbringt.


23.05.2012 ? BADISCHE ZEITUNG

Mutter Courage im Kongo

"Ruiniert", das 2009 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Stück der afroamerikanischen Dramatikerin Lynn Nottage über ein Bordell im kongolesischen Bürgerkrieg, basiert auf Recherchen und Interviews der Autorin, ist aber mehr als politisch korrektes Doku-Theater: Ein klassisches well made play aus dem Herzen der Finsternis oder vielmehr eine "Mutter Courage" in Schwarz.