11.12.2011 | 95 Minuten

Die Schöne Magelone


Johannes Brahms op. 33


Eine Erzählung von Ludwig Tieck. Neu eingerichtet von Thomas Winter.

Die schöne Magelone ist ein Erzählstoff, der im 15. Jahrhundert in Frankreich als Prosaroman entstand und somit zu den ältesten belletristischen Stoffen zählt und von, den des lesens mächtigen, Fräuleins begeistert "verschlungen" wurde. In Deutschland brachte es die Übertragung von Veit Warbeck zwischen 1525 und 1545 auf 8 Auflagen. Gustav Schwab fügte sie in seine Volksbuchsammlung ein. Hans Sachs bearbeitete die Geschichte 1554/55 gleich dreimal. Lope de Vega brachte sie 1610 in Spanien heraus. Wenn man so will der Courths-Mahler- oder Rosamund Pilcher-Roman des Mittelalters. Ludwig Tieck widmete sich 1797 dem Stoff und schmückte ihn mit 18 Romanzen, von denen 15 durch Johannes Brahms in seinem op.33 zu Liedern wurden. Er nahm diese Arbeit -28jährig- 1861 in Angriff. Auf der Suche nach Jubiläen werden sie also in diesem Jahr 150 Jahre alt. Es blieb der einzige zusammenhängende Liederzyklus von Brahms .
Aber was ist eigentlich das Geheimnis der" Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter aus der Provence"? Vermutlich die typischen Erzählmuster, die uns schon in den Märchen begegnen aber genauso in den Klassikern des Films. Ein schöner und starker Ritter, der inkognito an einem Turnier des Königs teilnimmt und alle namenhaften Ritter aus dem Sattel wirft- natürlich verliebt sich des Königs Tochter in ihn und er sich in sie.. das ist doch Ivanhoe, der schwarze Ritter! Durch unglückliche Umstände gerät der Ritter in einem Kahn aufs weite Meer und treibt tagelang ohnmächtig umher, bis ihn ein Schiff aufnimmt... klar: Tom Hanks in Cast Away!
In der üblichen Aufführungspraxis gesellt sich zu Sänger und Pianist ein Schauspieler und liest zwischen den gesungenen Romanzen die Tieksche Geschichte.

Bariton Johannes Schwärsky, Sprecher Christoph Nix und Pianist Jörg Daniel Heinzmann versetzen Sie ins Mittelalter und die Romantik und in jedem Fall in die richtige Stimmung für den bevorstehenden Jahreswechsel.

MIT: Jörg Daniel Heinzmann, Prof. Dr. Christoph Nix, Johannes Schwärsky