13.12.2013 | 1 Std. 40 Min. (ohne Pause)

Dantons Tod


Georg Büchner


Die Revolution ist tot, es lebe die Revolution! Aus Kampfgefährten werden Todfeinde: Robespierre wird Danton samt seinen Freunden aufs Schafott bringen, die Diktatur folgt der Revolution, der Terror den großen Idealen. Danton, der Held der Revolution, ist müde geworden – nicht etwa aus moralischen oder ideologischen Gründen, sondern aus Einsicht in die Verrohung, mit der sich die Revolutionäre von ihren Zielen verabschiedet haben. Viel lieber genießt er das Leben, die Frauen, Spiele und Wein. Für den tugendhaften Robespierre bedeutet gerade dies Verrat.

Beide sind Akteure eines gewaltigen Festes, dessen Hauptattraktion die Guillotine ist. Der Traum von einer gerechteren Welt ist ausgeträumt. Danton und Robespierre sind selber schon Ohnmächtige, die den Strom der Zerstörung nicht mehr aufhalten können.

Georg Büchner musste kurz nach der Veröffentlichung seiner Flugschrift »Der Hessische Landbote« nach Frankreich fliehen, da er wegen revolutionärer Umtriebe steckbrieflich gesucht wurde. Im Jahr darauf entstand sein erstes Bühnenstück. In ihm schildert der 22-jährige, gestützt auf historische Quellen, die letzten Tage Dantons, der einst selbst den revolutionären Terror organisiert hatte und nun von ihm verschlungen wird.

Der Regisseur Wolfram Mehring gründete in Paris das »Théâtre Franco-Allemand«, das sich ab 1958 zum »Théâtre de la Mandragore« entwickelte. Er ist Pionier auf dem Gebiet der Symbiose westlicher, asiatischer und afrikanischer Theatertraditionen. Seine Inszenierungen und Gastspiele hatten international großen Einfluss. Dem Konstanzer Publikum ist er bestens bekannt durch seine Inszenierung von Albert Camus »Das Missverständnis«, das er hier 2010 auf die Bühne brachte.

TRAILER: DANTONS TOD


© Video: Florian Mehring / Foto: Ilja Mess


© Ilja Mess