17.01.2014 | 1 Std. 30 Min. ohne Pause

Biedermann und die Brandstifter


Max Frisch


EIN LEHRSTÜCK OHNE LEHRE

Gottlieb Biedermann ist Hauseigentümer und Geschäftsmann. Wohlhabend, korrekt und ordnungsliebend. Hausierer kommen ihm nicht ins Haus. Schon gar nicht in der jetzigen Zeit, wo man jeden Tag von Brandstiftern in der Zeitung lesen muss. Doch als eines Tages ein Hausierer vor der Tür steht und an Biedermanns Menschlichkeit appelliert, lässt sich dieser erweichen und den obdachlosen Schmitz auf seinem Dachboden nächtigen. Als plötzlich ein zweiter Hausierer auftaucht und beide zusammen Benzinfässer auf dem Dachboden lagern, wird Biedermann zunehmend misstrauisch. Der Glaube an das Gute im Menschen und an gesunden Humor lässt ihn dennoch weiterhin das Offensichtliche ignorieren, und so gibt er den Brandstiftern am Ende sogar noch die zum finalen Feuer fehlenden Streichhölzer. »Wenn sie wirkliche Brandstifter wären, du meinst, die hätten keine Streichhölzer?«

Max Frisch zählt neben Friedrich Dürrenmatt nicht nur zu den bekanntesten modernen Schriftstellern der Schweiz, sondern gehört seit den 1940er Jahren auch zu den bedeutendsten Vertretern der deutschsprachigen Literatur.

Sascha Bunge – seit 2005 Oberspielleiter und Stellvertretender Intendant am Theater an der Parkaue Berlin – wird die Parabel über die unheilvolle Fähigkeit des Menschen, eine erkennbar drohende Gefahr zu ignorieren, um sich selbst zu schützen, auf die Bühne des Stadttheaters bringen. Er inszeniert zum ersten Mal am Theater Konstanz.

 

 


© Ilja Mess