18.05.2013 | Spiegelhalle | ca. 2 Std. 30 Min. mit Pause

Der Sonnenwirt


Hermann Kurz
Uraufführung


IN EINER DRAMATISIERUNG VON MARIO PORTMANN

»In der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist als die Annalen seiner Verirrungen« – mit diesen Worten beginnt Schiller seine »wahre Geschichte« des Räubers, Bandenführers und Mörders Friedrich Schwan »Der Verbrecher aus verlorener Ehre«. Im 19. Jahrhundert nahm sich der schwäbische Autor Hermann Kurz derselben Geschichte an und zeichnet – genau beobachtet und sprachlich glänzend – das Bild einer ganzen Kulturepoche.

Friedrich Schwan wird als Vierzehnjähriger wegen Kleinigkeiten ins Zuchthaus gesperrt. Sein Versuch, nach Verbüßung der Strafe in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen, scheitert, als er seiner Geliebten das Treuewort halten will. Eltern und Obrigkeit verhindern die Hochzeit mit der nicht standesgemäßen Kleineleutetochter. Diese Verweigerung treibt ihn zur offenen Rebellion, bis er erneut straffällig wird. Zu »lebenslänglich« verurteilt, bricht er aus der Festung Hohentwiel aus und wird ein Vogelfreier. Er findet Anschluss an eine Räuberbande und wird schnell zu deren Anführer. Als »Sonnenwirt« bekannt, wird er zum Schrecken der Gegend, wobei die Bevölkerung ihn aber wegen seiner Überfälle auf die verhasste Obrigkeit insgeheim bewundert. Eine Geschichte von einem, dem Ehre, Menschenwürde und Recht genommen wurden und der sich wehrt, indem er Ehre und Recht missachtet.

Oberspielleiter Mario Portmann, der in Konstanz mit Kleists »Michael Kohlhaas« und Mankells »Die rote Antilope« große Erfolge feiern konnte, nimmt sich erneut einen deutschen Klassiker vor.

Video: Aktion des jugendclubs zur Inszenierung DER SONNENWIRT

Video von ART TV aus den Proben zu DER SONNENWIRT hier:


© Ilja Mess