31.12.2012

Sachen zum Lachen, zum Schmunzeln und zum Stirnerunzeln




gespielt, gelesen und gesprochen von Herwig Lucas

Von Goethe zum Groschenroman

»Sachen zum Lachen« heißt sein Programm, in dem er Goethe in einem Atemzug mit Peter Frankenfeld nennt. Spielend einfach gelingt dem Mimen dieser waghalsige Rundumschlag. Denn bei der Auswahl seiner Texte ist er gar nicht zimperlich: Nach »Rettung«, einem Liebesgedicht des großen Goethe, nimmt Lucas einen Groschenroman zur Hand und präsentiert eine Geschichte aus der »High Society-Reihe«.

Herwig Lucas liest oder rezitiert nicht nur. Er lebt seine Geschöpfe, er flüstert, säuselt, krächzt, raunt, schreit. Seine Stimme windet sich in die Gehörgänge und verleiht geschliffenen Versen wie Groschenromanen den Ausdruck, den sie verdienen.

Neue Seiten alter Dichter

Das macht den Abend mit Herwig Lucas so vergnüglich: denn obwohl der Schauspieler Klassiker wie Goethe, Gotthold Ephraim Lessing, Heinrich Heine oder Kurt Tucholsky im Gepäck hat, bringt er auch weniger bekannte Literatur und Autoren zu Gehör: Lessings selten humorvolle Seite zum Beispiel über »Die eheliche Liebe« oder die Geschichte über Kant, der keine Worte fand und aus der Feder vom Meister des gereimten Blödsinns, Robert Gernhardt, stammt. Jenseits von »Zucker oder Süßstoff«, wie der Darsteller den humoristischen Teil seines Programms nennt, kramt Lucas den Humanisten Johann Peter Hebel hervor. Die schöne Geschichte vom »Unverhofften Wiedersehen« ist ein ruhiger Moment der Lesung, ein Innehalten. In feinstem Kauderwelsch präsentiert er zum Schluss Texte aus Gebrauchsanweisungen. Das Feld der Literatur ist weit, und dank Herwig Lucas entdeckt man auch die verborgenen Stellen.

 

 

MIT: Herwig Lucas