19.06.2013

ZUM TOD VON WALTER JENS: LESUNG AUS »DER UNTERGANG«




Zur Erinnerung an Walter Jens liest der ehemalige Schauspieler des Stadttheaters Konstanz Hans Helmut Straub aus dessen Drama »Der Untergang« nach den Troerinnen des Euripides, den er gemeinsam mit Jens schon  als szenische Lesung am LTT in Tübingen erarbeitet hatte. Jens erzählt in seinem Werk den Untergang von Troja aus der weiblichen Perspektive neu.

Der Philologe und Schriftsteller Walter Jens verstarb am 9. Juni. Der Rhetorikprofessor und ehemalige Präsident der Berliner Akademie der Künste war als kämpferischer Wächter der Demokratie hervorgetreten und hatte wie kaum ein anderer die Streitkultur in der Bundesrepublik geprägt. Manche nannten ihn auch in Anlehnung an den streitbaren Geist im Frankreich des 18. Jahrhunderts einen »Voltaire der Bundesrepublik«. Viele sahen in Jens eine »moralische Instanz« und einen engagierten Demokraten.

Intellektuelle müssten sich einmischen und warnen, lautete sein Credo. Er demonstrierte gegen die Nachrüstung in der Bundesrepublik ebenso wie gegen den Irak-Krieg, meldete sich auch zur Rechtschreibreform und zur deutschen Einheit zu Wort.

Seit 1947 schrieb Jens Romane, Essays, Dramen und Hörspiele. Er gehörte der Schriftsteller-Gruppe 47 an.

MIT: Hans Helmut Straub