15.05.2014 | Spiegelhalle | ca. 1 Std. 30 Min. ohne Pause | Altersempfehlung 14 Jahren

Die besseren Wälder


Martin Baltscheit


Ferdinand ist mit seinen Eltern auf dem Weg in die besseren Wälder. Mehr Sonnenschein, schönere Höhlen und unendlich viel zu fressen soll es da geben. Doch auf dem Weg werden Ferdinands Eltern erschossen. Ein kinderloses Paar nimmt den Kleinen kurzerhand bei sich auf und erzieht ihn liebevoll wie ein eigenes Kind. In dieser neuen, behüteten Gemeinschaft trifft Ferdinand auf Beck, der schnell zu seinem besten Freund wird, und auf Melanie, seine erste große Liebe. Zusammen erleben die drei die aufregenden Seiten ihrer Jugend, bis ein Unfall alles verändert: Nach einem nächtlichen Ausflug liegt Melanie plötzlich tot am Boden. Ferdinand, der neben ihr gefunden wurde, wird des Mordes verdächtigt und ausgestoßen.

Ohne zu wissen, was eigentlich passiert ist, flieht er wieder aus den besseren Wäldern und sucht Zuflucht bei seinen früheren Gefährten. Doch auch hier stößt er auf Sitten und Gebräuche, mit denen er nicht vertraut ist. Erst durch die Begegnung mit zwei anderen Außenseitern erkennt Ferdinand, dass es nicht darauf ankommt, wo man herkommt, sondern darauf, wo man hingeht und mit wem.

Das Besondere in Martin Baltscheits »Die besseren Wälder« ist, dass Ferdinand ein Wolf ist, während seine neuen Stiefeltern und Freunde Schafe sind. Baltscheit schreibt so eine berührende Parabel über Vorurteile, soziale Rollen und die Suche nach der eigenen Identität. 2010 wurde das Stück mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet.

Regie führt Andrej Woron, der bereits in den letzten Spielzeiten durch seine bilderreichen Inszenierungen überzeugte. Er eröffnet die Spielzeit in der Spiegelhalle.

 


© Ilja Mess