06.06.2014 | Spiegelhalle

Das Spiel ist aus


Jean-Paul Sartre
REGIE: Oliver Vorwerk / Co-Regie: Andreas Bauer


Ein diktatorisches System. Eine Revolution im Scheitern. Zwei Morde. Sartres Liebesgeschichte entsteht aus dem vermeintlichen Ende. Erschossen von einem Verräter aus den eigenen Reihen, stirbt der Revolutionsführer Pierre Dumaine. Zur gleichen Stunde vergiftet der Miliz-Sekretär André Charlier seine Frau Eve. Erst im Jenseits begegnen sich Eve und Pierre, verlieben sich ineinander und finden heraus, dass sie füreinander bestimmt waren. Sie erhalten für 24 Stunden eine zweite Chance auf Erden, um die Wahrhaftigkeit ihrer Gefühle unter Beweis zu stellen. Hin- und hergerissen zwischen Liebe und Revolution, müssen sie sich zwischen individuellem Glück und gesellschaftlicher Verantwortung entscheiden. Reicht ihre Liebe aus oder trennt die beiden mehr als sie verbindet?

Die Liebesgeschichte von Eve und Pierre gehört zu Sartres erfolgreichsten und populärsten Werken. Sartres Parabel über die Wiederauferstehung, die Möglichkeit einer zweiten Chance und einer Liebe jenseits der gesellschaftlichen Zwänge berührt heute noch die Sehnsüchte der Menschen. »Das Spiel ist aus« stellt die Frage nach der Realisierung von Freiheit, Liebe und Revolution in unserer entfremdeten Gesellschaft.

Ursprünglich als Drehbuch verfasst, entstand »Das Spiel ist aus« während der deutschen Besatzung Frankreichs und wurde 1947 von Jean Delannoy verfilmt. Jean-Paul Sartre war einer der einflussreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Neben philosophischen Werken schrieb er zahlreiche Romane und Theaterstücke. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises für Literatur ab.

 


© Guido Kasper