22.02.2014 | ca. 60 Min. ohne Pause

Spiegel im Spiegel


Musik von A. Lustig und A. Pärt
Uraufführung


ZEITGENÖSSISCHES TANZTHEATER mit Musik von Almut Lustig und Arvo Pärt

Ein Raum, der aufgehört hat zu atmen. Darin - Menschen, die sich bewegen, die sich wie in Erwartung eines großen Ereignisses zurechtgemacht haben. Ein plötzlicher Windzug wirbelt den Staub der Ewigkeit auf. Die Suche nach dem anderen Ich, das im Labyrinth des Lebens verloren gegangen ist, beginnt aufs Neue. »Bin ich denn nur einer? Oder bin ich zwei und habe die Erlebnisse jenes zweiten? Bin ich viele?«, schreibt Michael Ende in seinem Buch »Der Spiegel im Spiegel - Ein Labyrinth«. Die non-lineare Erzählstruktur dieser Geschichtensammlung inspirierte Ana Mondini in ihrer choreographischen Arbeit. So wie Endes Erzählungen den Leser in ein Labyrinth aus Worten hineinziehen, bewegen sich die Tänzer in einem Labyrinth, das sie selbst gestalten.

Im Rahmen der Werkstatt Europa bildete das Werk »Spiegel im Spiegel« des estnischen Komponisten Arvo Pärt den Ausgangspunkt der Arbeit. In dieser 1978 entstandenen Komposition treffen Klavier- und Violinenstimme wie zwei Figuren aufeinander und schaffen eine eigene Zeitlichkeit, die Bewegung und Stillstand zugleich ausstrahlt. Zu dieser Musik und zu eigens für diesen Abend entwickelten Kompositionen von Almut Lustig erforschten Choreographin und Tänzer im Probenprozess archetypische Themen in den Beziehungen zu einem Anderen und zu sich selbst. Ohne einem linearen Handlungsstrang zu folgen verhandelt das Stück in assoziativen Szenen die Frage nach der eigenen Identität im Labyrinth des Lebens.

Im Spiel mit den Elementen des Bühnenraums, der von Vergangenem gezeichnet ist, werden Erinnerungen geweckt und von den Tänzern ein weiteres Mal erlebt. Alles was sie tun, ist schon einmal da gewesen. Sich aus der Wiederholung zu befreien, ist so schwer wie du Suche nach dem Ausweg aus dem Labyrinth.

Die aus Brasilien stammende Tänzerin, Choreografin und Regisseurin Ana Mondini lebt und arbeitet seit 1996 in Deutschland, war Choreografie-Assistentin von Ismael Ivo am Nationaltheater in Weimar und später Ballettdirektorin und Chef-Choreografin am Staatstheater Kassel. Nachdem sie in Konstanz bereits choreografisch für »Ladies Night«, »Hoppla, jetzt komm' ich«, »Janis Joplin« und »Der Glöckner von Notre-Dame« gearbeitet hat, stellt sie hier nun erstmalig auch ein eigenes Tanzstück vor.

Die Musikalische Leitung liegt bei der Schlagzeugerin Almut Lustig, die sowohl mit großen Orchestern wie dem hr-Sinfonieorchester, der NDR Radiophilharmonie und dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin gearbeitet hat, als auch mit zeitgenössischen Musikern wie Karlheinz Stockhausen. Darüber hinaus war sie Theatermusikerin an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Berliner Ensemble.

MUSIKALISCHE LEITUNG: Almut LustigAUSSTATTUNG / BÜHNE: Franziska Jacobsen CHOREOGRAFIE: Ana Mondini, Angelika Thiele, Hansel NezzaDRAMATURGIE: Liis Kolle, Sarah Wiederhold MIT: Angelika Thiele, Hansel Nezza MUSIK: Almut Lustig


© Bjørn Jansen