16.11.2013

Symposium: »Exzesse des Erinnerns und Vergessens in Osteuropa«




in Kooperation mit der Uni Konstanz

Vielerorts in Europa haben Erinnern und Vergessen die Form eines Exzesses angenommen: Mythen werden erfunden, Personenkulte wiederbelebt (z.B. Alexander der Großen oder Stalin in Russland). Gleichzeitig finden einige gar nicht so fern liegende traumatische Ereignisse keinen Platz in der offiziellen Erinnerung (Gulag) oder werden in anderem Licht dargestellt.

Die Werkstatt Europa beschäftigt sich innerhalb ihres Rumänien-Schwerpunktes mit der dor-tigen Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik. In einer ungewöhnlichen Matinee stellen Studenten des Hauptseminars von Prof. Dr. Tanja Zimmermann (Uni Konstanz, Fachbereich Slavistik) ihre Thesen dazu vor. Begleitet von filmischen und theatralen Impulsen wollen wir unter anderem diskutieren, wie und warum wir uns heute immer häufiger zwischen Beschwö-rung, Nostalgie und Verdrängen bewegen?

Dieses Symposium befasst sich schwerpunktmäßig mit Rumänien (Themen werden u.a. die Schriftstellerin Herta Müller mit ihrem Roman Herztier sowie der Schweizer Künstler und Wissenschaftler Milo Rau mit seinem Reenactment Die letzten Tage der Ceausescus sein). Als Gast wird Ernest Wichner erwartet. In Rumänien geboren, lebt er als Autor, Literaturkritiker, Übersetzer und Herausgeber mittlerweile in Berlin. Seit 2003 ist er Leiter des Literaturhauses in Berlin und wird von seiner Reise mit Herta Müller in die Ukraine im Jahre 2004 berichten. U.a. diese Eindrücke verarbeitete die Autorin in ihrem Roman Atemschaukel.

Prof. Dr. Tanja Zimmermann hat seit 2009 eine Professur für Slavische Literaturen und All-gemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Ihre Forschungs-schwerpunkte liegen u.a. auf den Gebieten Medienpolitik, Erinnerungskulturen sowie Kultureller Ost-West-Transfer, ethnische und religiöse Identitäten.

Eintritt frei. Veranstaltungsort Werkstatt Inselgasse.