13.04.2014 | Stadttheater

»1915: Der Völkermord an den Armeniern« - Eine Geschichtslücke




Film und Podiumsdiskussion im Rahmenprogramm zu »Das Märchen vom letzten Gedanken«

Das Erscheinen des Buches »1915: Ermeni Soykırımı« (1915: Der Völkermord an den Armeniern) 2012 löste einen Skandal in der Türkei aus. Der türkische Journalist Hasan Cemal benutzt nicht nur das Wort »Völkermord«, sondern setzt sich auch mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander: Sein Großvater Cemal Pascha war Hauptverantwortlicher der gezielten Massentötungen und -deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich. Wie schwierig und politisch hoch aktuell die Aufarbeitung des Völkermords ist, haben die Proteste und die Demonstration rund um die Premiere von Edgar Hilsenraths »Das Märchen vom letzten Gedanken« gezeigt. Aufgrund des großen Diskussionsbedarfs, lädt das Theater Konstanz am Sonntag, 13. April 2014, 18 Uhr, zu einer Filmdokumentation und anschließend, um 20 Uhr, zur Podiumsdiskussion ins Stadttheater ein.

Der 90-minütige Film von Eric Friedler aus dem Jahr 2010 beleuchtet die Hintergründe der schwierigen Aufarbeitung und zeichnet den Verlauf des Völkermords auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach. Anschließend diskutieren die Wissenschaftlerin Seyhan Bayraktar, der Rechtsanwalt Erdal Dogan, Patrak Estukyan (Redaktion der armenisch-türkischen Wochenzeitung Agos), Dr. Raffi Kantian (Deutsch-Armenische Gesellschaft) und Dr. Ali Söylemezoglu den aktuellen politischen Diskurs in der Türkei, Armenien und Deutschland und die Möglichkeiten einer Aufarbeitung. Moderieren wird Wolfgang Koydl, der ehemalige Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung.

Sonntag, 13. April 2014 - Stadttheater

18 Uhr: Dokumentarfilm Eintritt frei
20 Uhr: Podiumsdiskussion Eur 6,50 / Ermässigt Eur 5,-