26.09.2014 | 2:30 h (inkl. Pause)

Das Geisterhaus


Nach dem Roman von Isabel Allende in einer Fassung von Johanna Wehner und Adrian Herrmann
Deutsche Erstaufführung


Die Chilenin Isabel Allende gehört zu den wichtigsten Gegenwartsautorinnen Lateinamerikas. Ihre Romane setzen sich regelmäßig mit den großen Fragen Emanzipation, Politik und Vergangenheitsaufarbeitung auseinander. Ihr Debütroman »Das Geisterhaus« spannt einen erzählerischen Bogen über das Chile des 20. Jahrhunderts und mehrere Generationen der Familie Trueba hinweg bis in die Zeit nach dem blutigen Putsch General Pinochets.

Die Geschichte der Familie Trueba beginnt mit der Heirat von Esteban Trueba, Emporkömmling und Landbesitzer und der hellsichtigen Clara in einer scheinbar geordneten Gesellschaft. Zusammen begründen sie eine Familie, deren persönliche Geschichte und Geschichten eng verbunden sind mit den Geschehnissen und der politischen Gewalt in Chile. In flirrenden Bildern wird vom Aufstieg Estebans, der Geburt der Kinder und Enkelin, dem drohenden Zerfall der Familie und  nicht zuletzt vom Schicksal einer ganzen Nation erzählt, die im blutigen Kampf der politischen Systeme versinkt. Gerade die Frauen der Familie und ihre Beziehung zum Familienpatriarchen Esteban sind dabei Spiegel einer Welt, in der geisterhafte Geschehnisse und politische Umbrüche mit unbezähmbarer Gewalt alles umwälzen.

Johanna Wehner wurde in Bonn geboren, studierte dort Philosophie und Germanistik, bevor sie an der  Bayrischen Theaterakademie »August Everding« das Regiestudium aufnahm. Für ihre Inszenierung von Schimmelpfennigs »Der goldene Drache« am Staatstheater Stuttgart wurde sie 2011 von »Theater Heute« mehrfach als beste Nachwuchsregisseurin nominiert. Zuletzt leitete sie die Box des Schauspiel Frankfurt, mit der Spielzeit 2014/15 wechselt sie als Oberspielleiterin ans Theater Konstanz.


© Ilja Mess