27.02.2015 | Stadttheater | 2 h 15 min

Boston Princes - Die Kennedys und Marilyn Monroe


von Werner A. Hofer


November, 1963: Die Welt nimmt Abschied von John F. Kennedy, dem ermordeten Präsidenten. Auf dem Arlington-Friedhof, wo Amerika seine Helden begräbt, kommt seine Familie noch einmal am Sarg zusammen. Witwe und Bruder des Verstorbenen trösten einander, doch schon bald zieht es Jacqueline Kennedy weg aus dem Land der Mörder ihres Ehemanns. Robert F. Kennedy dagegen nimmt sich vor, Amerika endlich richtig kennenzulernen, abseits der Komfortzone für Jungs aus reichem Hause, wie er und sein Bruder es gewesen sind. Was er auf seiner Reise an sozialem Elend im reichen Amerika sieht, bringt ihn dazu, die Regierungszeit an der Seite seines Bruders noch einmal zu reflektieren. Waren die Ziele, für die sie beide in den knapp 1000 Tagen ihrer Regierung kämpften, die richtigen? Oder hat nicht vielmehr mit den Kennedys der ganze amerikanische Staatsterrorismus überhaupt erst begonnen? Robert, genannt »Bobby«, entschließt sich, in die Fußstapfen seines Bruders zu treten und sich um die Präsidentschaftskandidatur zu bewerben. Mit dem Sieg bei den Vorwahlen in Kalifornien ist er diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Im Hotel Ambassador soll gefeiert werden, doch plötzlich steht der Geist des verstorbenen Bruders bei Bobby im Zimmer. Man schreibt mittlerweile das Jahr 1968, JFK ist seit fünf Jahren tot und die Welt hat sich seit dem Attentat in Dallas gewandelt. Es ist die Zeit der Rassenunruhen und der Bürgerrechtsbewegung, die Zeit des Kriegs in Vietnam. Zusammen durchleben der tote Präsident und der lebendige Kandidat noch einmal die Stationen ihres gemeinsamen Wegs. Die Invasion der Schweinebucht, die Feindschaft mit Fidel Castro, die Kuba-Krise, die die Welt an den Rand des Atomkriegs brachte. Die Kennedy-Brüder legten sich mit CIA und FBI an, rangen mit Militär und Mafia. Für die Fernsehkameras inszenierten sie die heile Familienwelt, hinter den Kulissen zog Übervater Joe die Fäden für seine Jungs. Doch hinter dem strahlenden Kennedy-Mythos lauern die Abgründe: Jacks schwere und mühsam versteckte Krankheit, seine Verbindungen zu kriminellen Kreisen, seine Affären mit zahllosen Frauen - und mit der alles überstrahlenden Marilyn Monroe, deren Songs den Theaterabend musikalisch einrahmen. Fassaden, Glanz und Glamour, »the show must go on«: in jener Nacht im Ambassador Hotel wird sich Amerikas Schicksal entscheiden.

Der Autor Werner A. Hofer wurde im Mai 1960 Salzburg, Österreich geboren. Er wuchs in St. Johann im Pongau auf, in Graz und Wien studierte Theoretische Physik und Klassische Philologie. 1999 wurde er an der Technischen Universität Wien promoviert. Seit Juni 2014 ist er »Dean of Research and Innovation« an der University of Newcastle upon Tyne. Sein Interesse am Theater entstand durch die Lektüre griechischer Komödien und Tragödien.

Gesungene Songs

BYE BYE BABY (Marilyn Monroe)
Laura Lippmann /Ensemble

I'M SORRY (Brenda Lee)
Laura Lippmann

KENNEDY CAMPAIGN SONG (Wahlwerbespot)
Ensemble

MY DADDY IS PRESIDENT (Little Joanne)
Laura Lippmann

UP UP AND AWAY (Fifth Dimension)
Laura Lippmann

THE LION SLEEPS TONIGHT (The Tokens)
Wolfgang Erkwoh, Axel Julius Fündeling, Odo Jergitsch

IT'S OH SO QUIET( Björk)
Laura Lippmann, Julia Alice Ludwig, Alissa Snagowski

LONESOME TOWN (Ricky Nelson)
Laura Lippmann

HAPPY BIRTHDAY MR. PRESIDENT (Marilyn Monroe)
Laura Lippmann

I'M THROUGH WITH LOVE (Marilyn Monroe)
Laura Lippmann


© Ilja Mess