24.01.2015

El Cimarrón


Nach Miguel Ángel Barnet Lanza
Uraufführung


Esteban Montejo, geboren 1860 als Sklave auf Kuba, leidet unter der harten Arbeit in den Zuckerrohrplantagen und den sadistischen Aufsehern. Schließlich gelingt ihm die Flucht, und er versteckt sich für lange Zeit als Cimarrón - entlaufener Sklave - in den undurchdringlichen Wäldern der Insel. Hier, in der absoluten Einsamkeit, beginnt seine lange Reise zu sich selbst. Sie wird fortan sein Leben bestimmen. So erkennt er, dass sich auch nach Ende der Sklaverei wenig geändert hat an den herrschenden Verhältnissen und der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung. Schließlich wird sein Freiheitsstreben ihn als Mambí (Guerillakämpfer) in den Befreiungskrieg gegen Spanien für die Unabhängigkeit Kubas führen. Doch selbst nach der erfolgreichen Revolution muss Esteban Montejo feststellen, dass sich die Ketten in den Köpfen nicht gelöst haben.
Die Inszenierung Wolfram Mehrings zeigt den Lebensweg des Cimarróns in alptraumhaften Rückblenden und Bildern und erzählt dessen Leben als eine Suche nach der individuellen Freiheit um die man stets aufs Neue kämpfen muss. Esteban Montejo wird dabei vom togolesischen Schauspieler und Regisseur Ramsès Alfa verkörpert und schlägt so eine Brücke von Afrika über Kuba nach Konstanz.
Dem kubanischen Schriftsteller und Ethnologen Miguel Ángel Barnet Lanza gelang 1966 mit der Veröffentlichung des Buches »Der Cimarrón - Die Lebensgeschichte eines entflohenen Negersklaven aus Cuba« in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Auf der Suche nach Zeugnissen afrikanischer Religionen in Kuba stieß er auf einen über 100 Jahre alten ehemaligen Sklaven Esteban Montejo. Aus dessen Lebensgeschichte entstand ein dokumentarischer Roman, in dem Ethnologie, Zeitgeschichte und Poesie wundersam verschmelzen.
Wolfram Mehring wurde in Münster geboren. Zum Studium der Philosophie und Literatur, später der Schauspielkunst, zog es ihn nach Paris, wo er 1958 Mitbegründer des »Théâtre Franco-Allemand« wurde. Er ist Pionier auf dem Gebiet der Symbiose verschiedener kultureller Theaterpraktiken und sucht in seinen Arbeiten grenzgängerische Wege zwischen den Kunstformen. In Konstanz inszenierte er »Dantons Tod« von Georg Büchner und zuletzt "Die Geschichte vom Onkelchen".

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Dorothee NeulingDRAMATURGIE: Adrian HerrmannMIT: Ramsès AlfaMUSIK: Pierre BoeswillwaldWEITERE: Nicole Greue