28.11.2014 | Stadttheater

Liliom


Ferenc Molnár


Boulevard und Sozialdrama, Volksstück und Märchen, Kitsch und Tragödie. All dies vereint Ferenc Molnár in seiner Vorstadtlegende »Liliom«, die 1909 in Budapest uraufgeführt wurde. Seine Figuren gleichen Schießbudenfiguren: komisch, brutal, ungehobelt und kindisch werden sie zur Zielscheibe der Gesellschaft.

Liliom ist der unangefochtene Platzhirsch auf dem Rummelplatz. Als bester Ausrufer beim Ringelspiel kurbelt er die Illusionsmaschinerie fürs gemeine Volk an. Der Aufreißer und Mädchenschwarm, der es gewohnt ist, sich von Frauen aushalten zu lassen, verliebt sich ausgerechnet in das Dienstmädchen Julie. Diese schicksalhafte Liebe kostet beide ihre Stelle. Liliom kann mit der Liebe und der neugewonnenen Verantwortung nicht umgehen. In seiner Überforderung schlägt er um sich - die Schläge treffen die Person, die er liebt: Julie. Die Existenznot des jungen Paares verschlimmert sich, als Julie schwanger wird. Bei dem Versuch für seine Familie zu sorgen, lässt sich Liliom von seinem zwielichtigen Freund zu einem Raubmord überreden. Der Überfall missglückt. Aus Scham vor der Schande begeht Liliom Selbstmord. Kaum im Jenseits angekommen, erwartet ihn das Jüngste Gericht. Nach sechzehn Jahren Fegefeuer bekommt er eine zweite Chance auf Erden. Kann er diesmal seine Fehler korrigieren?

Martin Nimz, geboren in Brandenburg/Havel, studierte Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule Rostock. Er begann am Theater Chemnitz mit ersten Regiearbeiten und ist heute als freier Regisseur tätig. Von 2002 bis 2004 war Martin Nimz Schauspieldirektor und Regisseur am Staatstheater Kassel. In Konstanz inszenierte er zuletzt »Vor Sonnenuntergang« von Gerhart Hauptmann. 


© Bjørn Jansen