23.06.2015 | Werkstatt

VERLUST UND VERMÄCHTNIS


ÜBERLEBENDE DES GENOZIDS AN DEN ARMENIERN ERINNERN SICH


LESUNG MIT ARMENISCHER MUSIK

»Die Welt, aus der ich kam, Sepastia, sie war eine eigene Welt. Und diese Welt gibt es nicht mehr.«
                                                                                                                  Aram Güreghian
 
100 Jahre nach dem Genozid an den Armeniern verleihen Schauspieler aus dem Ensemble den Überlebenden eine Stimme. Sie berichten von den Deportationen, von Todesmärschen, Hunger, unvorstellbarer Gewalt und bitteren Verlusten. In ihren biographischen Rückblicken suchen sie eine Einordnung für eine Erfahrung, die keine Worte kennt. Sie bezeugen den Verlust von Kindheit und Familie, von Hoffnung und Zukunft. Sie lassen noch einmal eine armenische Welt aufleben, die es so heute nicht mehr gibt: eine Welt voller Geschichten, Kultur, Traditionen und Religion. Doch gewähren sie auch einen Einblick in die Schwierigkeiten, einen Alltag zurückzugewinnen und ein Leben als Flüchtling zu bewältigen.
 
Professor Dr. Mihran Dabag, Direktor des Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum, und die Sozialpsychologin Kristin Platt Professor haben von 1989 bis 1996 rund 140 autobiographisch-narrative Interviews mit Überlebenden des Genozid an den Armeniern geführt. Aufgezeichnet worden sind die Interviews in unterschiedlichen Ländern Europas, darunter Frankreich, Italien, den Niederlanden oder Zypern. Die Lebensberichte werden jetzt, nach dem Tod der Gesprächspartner, zum ersten Mal veröffentlicht.
MIT: SCHAUSPIELERN AUS DEM ENSEMBLE