19.02.2016 | Stadttheater | 1:45h ohne Pause | Altersempfehlung ab 16

Der Zerbrochne Krug


Heinrich von Kleist


Ein Krug ist in die Brüche gegangen. In Scherben liegt aber nicht nur das wertvolle Tongefäß, sondern auch die Verlobung von Eve und Ruprecht. Die schöne heile Welt in Kleists Lustspiel bekommt Risse. Gebrechlich eingerichtet ist die Welt; gebrechlich eingerichtet in ihr der Mensch. Regisseur Michael von zur Mühlen setzt sich in seiner Arbeit intensiv mit der Sprachgewalt Kleists und der Entstehungszeit seines Lustspiels auseinander. Einer Zeit, die geprägt war von einer scheinbar alternativlosen Politik der Restauration, einem Rückzug des Bürgertums ins biedermeierliche Schöner Wohnen und einem Autor, der sich weigerte seinen Platz in dieser Gesellschaft einzunehmen. Die Inszenierung hinterfragt kritisch die Rezeptionsgeschichte des Klassikers, den Inhalt einer deutschen Leitkultur und stellt die Frage nach dem heute. Ein Fest und eine Huldigung an die deutsche Sprache.

Michael von zur Mühlen studierte Musikwissenschaften und Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. Er war Stipendiat am »Forum Neues Musiktheater« der Staatsoper Stuttgart und inszeniert seit 2004 im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters, der Oper und des Schauspiels. »Der zerbrochene Krug« ist seine erste Regiearbeit am Theater Konstanz.


„…ein wahrer Bolero der Leitkultur“Johannes Bruggaier, Südkurier, 22.2.2016
„…eine wunderbar ironische Zumutung an eine auf Bewahrung statt Befragung ausgerichtete Klassikerrezeption.“Johannes Bruggaier, Südkurier, 22.2.2016