18.03.2016 | Stadttheater | 2:05 h mit Pause

DER DIENER ZWEIER HERREN


Carlo Goldoni / Fassung: Martin Heckmanns


Venedig. Alles scheint in bester Ordnung. Die Verlobungsfeier von Pantalones Tochter Clarice mit ihrem geliebten Silvio ist in vollem Gange, als plötzlich der totgeglaubte Ex-Verlobte von Clarice, Federigo Rasponi, quicklebendig vor der Tür steht. Doch ist dieser Rasponi wirklich der, für den er sich ausgibt? Es entspinnt sich ein turbulentes Chaos voller Missverständnisse, gebrochener Herzen und allerlei verfänglicher Situationen. Als Zentrum dieses Orkans entpuppt sich der gewitzte Diener Truffaldino, der nicht nur einen notorisch leeren Magen, sondern auch ein großes Improvisationstalent hat. Die Bilanz der Verwicklungen: drei Hochzeiten und ein Todesfall. Ende gut - alles gut?

Carlo Goldonis Lustspiel aus dem Jahr 1746 gilt seit seiner Uraufführung als eine der schönsten Komödien der Theatergeschichte. Martin Heckmanns legt mit seiner Neubearbeitung eine rasante Fassung des Commedia dell'Arte-Klassikers vor. Eine Verstellungs- und Verwechslungskomödie voller Charaktertypen, die gehörig auf den Pudding hauen, den Truffaldino so gerne isst.

Johanna Schall begann ihre Schauspielausbildung 1980 in Berlin. Nach Festengagements am Kleist-Theater Frankfurt/Oder und dem Deutschen Theater Berlin arbeitet sie seit 1993 als Theaterregisseurin. »Der Diener zweier Herren« ist Johanna Schalls erste Regiearbeit am Theater Konstanz.


Johanna Schall inszeniert den Klassiker im grossen Haus, vermeidet aufgesetzte Tagesaktualitäten, bleibt heiter und gelassen. Das ist erfrischend.Brigitte Elsner-Heller, Thurgauer Zeitung
Aus dem Widerspruch heraus, dass es Goldoni gelingt, das amoralische Spielprinzip der „Commedia“ in die moralischen Handlungen einer bürgerlichen Welt zu integrieren, inszeniert am Theater Konstanz Johanna Schall den „Diener zweier Herren“. [...] Aus einer musikalisch rhythmisierten Grundstimmung heraus [entsteht] eine Choreographie, die mit ihren körperlichen und stimmlichen Übertreibungen den Handlungen alles Naturalistische austreibt. Die pure Lust daran, alles in Spiel zu verwandeln, wird hier als Verfremdung eingesetzt, um die heutige Welt zu spiegeln.Manfred Jahnke, Die Deutsche Bühne
Es macht einfach Freude zuzusehen, wie Spass entstehen kann. [...] Wir finden den tumben Ersatz-Schwiegersohn einfach nur mitreissend, wie er im Passgang den Trottel gibt. Oder Brighella mit seinen Kunststückchen und Smeraldina, die am Ende ihren Truffaldino bekommt.Brigitte Elsner-Heller, Thurgauer Zeitung
„Ein Fremder kommt in die Stadt und alle flippen aus. Wenn das nicht brandaktuell ist, dann weiß ich auch nicht“, sagt Schall.Michael Lünstroth, Südkurier