09.04.2016 | Werkstatt | 1:30h ohne Pause

Mumien. Ein Heimspiel


Mehdi Moradpour
Uraufführung


Hauptpreisstück aus dem 3. Autorenwettbewerb des Theater Konstanz und St.Gallen

Mamal ist verschwunden. Sein Echo hallt noch in jenen nach, die es mit ihm zu tun hatten - auf die ein oder andere Weise: mit Mamals Körper, der nach sauren Gurken roch, mit ihm, dem Folterer und Gefolterten, dem »scheinschwulen Kommunistenaraber«, dem Flüchtling. Zurück bleiben viele Fragen, nach dem, was eigentlich geschehen ist. Viv wirbelt im Umfeld des Heims für Asysl und Soziales, wo Mamal zuletzt lebte, viel Staub auf: welche Beziehung hatte Otto, der Heimleiter, zu Mamal, der jetzt mit Mamals Fluchtgefährten Dud eine Lebenspartnerschaft eintragen ließ? Was wissen Dud und seine Freundin Ada von Mamals Verschwinden, und welche Rolle spielt Pep, der Computerfreak, den Ada geheiratet hat damit sie in Europa bleiben kann? Doch Viv stellt nicht nur Fragen, sie hat auch außergewöhnliche Leidenschaften: Taxidermie und das Mumifizieren von Körpern. Es riecht nach sauren Gurken...

Szene für Szene seziert Mehdi Moradpour mit seiner poetischen, hoch sensiblen Sprache als Werkzeug einen Körper, von außen nach innen, vom Leib bis in die Blutkörperchen. Einen Erzählkörper, der alle Figuren - ihre Sehnsüchte, ihre Suche nach Anschlüssen - miteinander verbindet.


Mehdi Moradpour wurde für dieses Stück mit dem Jury-Preis des 3. Autorenwettbewerbs der Theater St.Gallen und Konstanz ausgezeichnet.

Andreas Bauer wurde in München geboren, wo er auch Politologie, Geschichte und Kriminologie studierte und den Studiengang »Theater- und Musikmanagement« absolvierte. Er leitete das Programm »Werkstatt Europa«. Regelmäßig inszeniert er für die Werkstattbühne, zuletzt die deutsche Erstaufführung »Gestern habe ich aufgehört mich zu töten. Dank Dir, Heiner Müller« von Rogelio Orizondo.


Packend wie einen Thriller setzt Andreas Bauer bei seiner Konstanzer Uraufführung den Text in Szene, bringt dabei aber zugleich dessen poetische Größe zum Tragen.Elisabeth Maier, Nachtkritik
Geschickt lassen Miriam Denger (Dramaturgie), Christian Pölzler (Ausstattung) und Andreas Bauer (Regie) in ihrer Inszenierung Innen- und Aussenraum ineinander übergehen. Vier durchsichtige Kuben auf Rollen dienen ebenso als Zellen wie als Besinnungsorte, als Symbol für Ausgrenzung wie für die Beliebigkeit von Begrenzung.Dieter Langhart, Thurgauer Zeitung

Trailer Mumien

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Christian PölzlerKOSTÜME: Christian PölzlerDRAMATURGIE: Miriam DengerMIT: Alina Strähler, Natalie Hünig, Tomasz Robak, Bernhard Leute, Jonas Pätzold, Saro EmirzeMUSIK: Hubl GreinerWEITERE: Nicole Greue, Nora Stifter, Denis Ponomarenko