16.03.2016 | Werkstatt | JTK

Nikolajewka




Im Rahmen des Projektes „Hochspannung. Vorsicht! Lebensgefahr.“ am Jungen Theater Konstanz

Im Sommer 2014 waren die 15.000 Einwohner der Stadt Nikolajewka im Osten der Ukraine Zeugen und Betroffene der Krieges zwischen den Separatisten und der Ukrainischen Armee. Die Stadt wurde bombardiert, Wohnhäuser zerstört. Die Einwohner flohen aus der Stadt oder versteckten sich in ihren Kellern. Auch die Schule Nr.3 stand unter Beschuss, war plötzlich nicht mehr Schule, sondern Ruine.
In dieser Inszenierung sind ihre Schüler Autoren und Darsteller eigener Texte über ihre Erfahrung des Krieges. Sie erzählen von ihrer Angst, wie man den Klang eines Panzers von dem eines LKW unterscheidet und über die Liebe.

„Bevor die ukrainische Armee kam, hat man ihnen hier erzählt, die Faschisten aus Kiew würden Säuglinge an die Bäume nageln. Das ist nicht passiert, aber das Misstrauen bleibt: Wird die ukrainische Armee sich doch noch dafür rächen, dass einige die andere Seite unterstützt haben?" (Daniel Schulz in der taz am Wochenende, 16./17. Mai 2015)

Seit über einem Jahr arbeiten die ukrainische Dramatikerin Natalya Vorozhbyt (Tagebücher des Maidan) und der deutsche Regisseur Georg Genoux an Projekten mit Schülern dieser Schule.

Diese Inszenierung hatte im April 2015 in der Schule in Nikolaevka Premiere und reiste anschliessend durch mehrere ukrainische Städte. Es nahm u.a. am Gogolfest in Kiew und am Forum DONKLUT in Lviv teil. Am 29. März 2016 eröffnet die Inszenierung das Festival für Dokomentarfilm „Docudays" in Kiew.

Theatre of Displaced People entwickelt seit Januar 2015 in verschiedenen ukrainischen Regionen Theaterprojekte und soziale Initiativen.
Seit Oktober 2015 hat es seine eigene Spielstätte in den Dovzhenko Filmstudios in Kiew mit Unterstützung der Deutschen Botschaft, Goethe Institut Ukraine und Democracy.doc. Im Dezember 2015 kürte die gazeta.ua das Theater zur "Wichtigsten Errungenschaft des Ukrainischen Theaters 2015".

Das Projekt wird gefördert durch durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.


Zwischen Krieg und Frieden versuchen Jugendliche im Osten der Ukraine mit dem Leben dort fertig zu werden - indem sie es spielen.taz