21.10.2016 | Werkstatt

Schwarz ohne Zucker


Kirsten Stina Michelsdatter


Ein Krankenhaus. In einem Warteraum für Angehörige begegnen sich ein Mann und eine Frau. Das Warten nimmt ihnen die Entscheidung ab, den Abend allein zu verbringen. Es verlängert den Moment, in dem alles, was bisher gewohnt war, auseinander zu fallen droht. Sie beginnen miteinander zu sprechen: Unbeholfen, komisch und auch ein bisschen peinlich schleicht sich zwischen beide eine ungekannte Offenheit. Sie geben nach, wo sie früher hart blieben, sie geben zu, was in der Ehe nicht zu sagen war. Und: sie hören einander zu, was sie beinahe verlernt hätten. So gelingt es ihnen, einen durchaus heiteren Blick auf die Vergangenheit des jeweils Anderen zu werfen. Zeit, noch einen Kaffee trinken zu gehen.

In der vergangenen Spielzeit begeisterten Irma Münch und Hermann Beyer mit Henning Mankells Treffen am Nachmittag das Konstanzer Publikum. In der neuesten Zusammenarbeit mit Andreas Pirl wenden sie sich den Lebenserfahrungen und den daraus resultierenden Sehnsüchten reiferer Menschen zu.

Andreas Pirl studierte von 1985 bis 1989 Schauspiel an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Seit 1991 arbeitet Andreas Pirl als freischaffender Autor, Schauspieler und Regisseur.

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Ana Maria Goncalves NunesKOSTÜME: Ana Maria Goncalves NunesDRAMATURGIE: Laura EllersdorferMIT: Irma Münch, Hermann BeyerWEITERE: Nicole Greue