06.05.2017 | Stadttheater | 2:20H inkl. Pause

Terror


Ferdinand von Schirach


Vor Gericht steht Lars Koch, Major der Luftwaffe. Er ist Pilot eines Bundeswehr-Kampfjets. Hat er richtig gehandelt an jenem Tag, an dem ein Terrorist eine Lufthansa-Maschine entführte? An Bord von Flug LH 2047 von Berlin-Tegel nach München waren 164 Menschen, das Flugzeug sollte in der Münchner Allianz Arena zum Absturz gebracht werden. Dort fand an diesem Abend vor 70.000 Zuschauern das ausverkaufte Länderspiel Deutschland gegen England statt. Major Lars Koch musste reagieren. Wie lauten seine Befehle? Soll er, darf er die Passagiermaschine abschießen, wenn die Terroristen nicht einlenken? Die Uhr tickt und Lars Koch trifft eigenmächtig eine Entscheidung.

Ferdinand von Schirach ist deutscher Strafverteidiger und Autor. In seinem ersten Stück macht er ein nicht auflösbares moralisches Dilemma hautnah erfahrbar. Ist es richtig, das Prinzip der Menschenwürde über die Rettung von Menschenleben zu stellen? Wie offen stellen wir uns in Zeiten, in denen Terrormeldungen die Medien beherrschen, moralischen und juristischen Grundsatzfragen? Am Ende ist den Zuschauenden als Geschworenen das Urteil überlassen. Schuldig - oder unschuldig?

Mark Zurmühle studierte Regie und Schauspiel am Max Reinhardt Seminar Wien. Er inszeniert u.a. am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am schauspielfrankfurt und leitete das Deutschen Theater Göttingen 15 Jahre lang als Intendant.


In Konstanz hatte von Schirachs Stück nun in einer Inszenierung von Mark Zurmühle Premiere. Das Gericht nimmt auf einer karg eingerichteten Bühne Platz, Kameras überragen jede Gesichtsregung auf eine rückwärtige Videowand (Ausstattung: Bozena Szlachta).Johannes Bruggaier, Südkurier, 08.05.2017
Wir sehen das, weil Regisseur Mark Zurmühle das starre Gerüst des intellektuellen Thesenstücks aufbricht und "Terror" als Liveübertragung mit vielen Kameras und Expertenbefragung inszeniert. [...] Die Botschaft: Terrorgefahr droht an allen öffentlichen Orten. Die Konstanzer Inszenierung betont die im Stück suggerierte Bedrohung, die unsere Moral uns unser Rechtsverständnis auf die Probe stellt.Hansruedi Kugler, St. Galler Tagblatt & Thurgauer Zeitung, 08.05.2017

Abstimmungsergebnisse

So haben die Zuschauerinnen und Zuschauer in den letzten Vorstellungen abgestimmt:

 

Samstag, 06.05.2017
Freispruch
Sonntag, 14.05.2017Freispruch
Sonntag, 21.05.2017Freispruch
Freitag, 09.05.2017Freispruch
Dienstag, 13.05.2017Freispruch

Zu den weltweiten Abstimmungsergebnissen

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Bozena SzlachtaKOSTÜME: Bozena SzlachtaDRAMATURGIE: Sophia CeccoMIT: Natalie Hünig, Katrin Huke, Ralf Beckord, André Rohde, Georg Melich, Odo Jergitsch, Mario Böhler, Jens Weber und Konstanzer BürgerInnenWEITERE: Nicole Greue, Árpád Porcza, Philipp Teich, Ana Gutschke, Claudia Schiller