07.03.2017

Invasion - Zwei Monate szenischer Ausnahmezustand auf der Werkstatt


künstlerische Leitung: Antonia Beermann


Die Angst geht um in Europa. Die Angst vor Terror, vor dem Gespenst der sogenannten Überfremdung. Die Angst vor der totalen Überwachung und Berechenbarkeit des Menschen in Zeiten von Big Data. Wir werden von immer neuen Horrorszenarien geradezu überschwemmt. Mit INVASION macht sich das Theater Konstanz daran herauszufinden, wie wir dem Weltuntergangswahnsinn begegnen wollen.

Sollen wir versuchen, den Status Quo zu bewahren - koste es, was es wolle? Oder brauchen wir einen klaren Schnitt? Wie einfach kann man Ängste triggern? Und wo in uns kitzelt gar eine Sehnsucht nach der Katastrophe, nach der ultimativen Katharsis? Was wollen wir retten? Und nicht zuletzt: Wie wollen wir in Zukunft leben?

Für acht Wochen wird auf der Werkstatt eine temporäre Rauminstallation geschaffen. Drei Künstlerteams sind eingeladen, gemeinsam mit dem Ensemble und den Zuschauern apokalyptische Phantasien theatral auszuleben. Acht Wochen voller Horrorszenarien, Zukunftsvisionen, persönlicher Begegnungen, Wahnsinn, Intimität und Inspiration.

Zu Beginn des Invasions-Labors wird das preisgekrönte Stuttgarter Theaterkollektiv O-Team eine interaktive, bewohnbare Rauminstallation entstehen lassen: INVASION I - THE LAST SUPPE. In guter alter Prepper-Manier verschanzen wir uns gemeinsam auf der Werkstatt und stellen uns beim Abendessen unseren Ängsten.
Mit INVASION II nutzt Regisseur Eike Hannemann diesen Raum als Bühnenbild für das Live-Hör-Spiel NEKROPOLIS, das Autorin Anita Augustin eigens für Konstanz schreibt. Das Sujet: Die Ausrottung der Menschheit durch eine globale Seuche in Gestalt von Zombies. Splatter für die Ohren!
INVASION III widmet sich der Frage: Was passiert nach dem „Schlussbild"? Mitglieder des Ensembles tasten sich an eine neue Weltordnung heran und laden ein, an zwei geheimen Orten im Stadtraum einen Blick in die Zukunft zu werfen - POSTAPOKALYPSE NOW im Futur II.

Neben diesen drei größeren Eigenproduktionen stürzen sich Mitglieder des Ensembles in der Reihe INVASION X frei nach dem Motto „Gemeinsam die Apokalypse gestalten" mit großer Experimentierfreude an unterschiedlichsten darstellerischen Formen, Bühnen- und Begegnungsformaten in einmalig aufgeführte Projektarbeiten.

 

Noch Fragen!
Warum Angst und Schrecken auf der Werkstatt? Warum in den Stadtraum? Warum immer diese Projekte? Warum sollen die Zuschauer mitmachen? Ist das noch Theater? Was hat der Zuschauer davon? Gemeinsam mit Ihnen wollen wir im Anschluss an die Vorstellungen von INVASION X ins Gespräch kommen und über Fragen sprechen, für die wir selbst nicht immer Antworten parat haben.

 


Programm