10.02.2017 | Werkstatt

Der Tod und Das Mädchen


Ariel Dorfman | Deutsch von Ulli Stephan und Uwe B. Carstensen


Chile, kurz nach der Wiederherstellung der Demokratie. Drei Menschen mit völlig unterschiedlichen Schicksalen begegnen einander. Paulina, eine ehemalige politische Gefangene des Militärregimes unter General Pinochet leidet noch immer an den Folgen der Folter, die sie im Gefängnis durchleiden musste. Ihr Mann Gerardo dagegen macht Karriere, er wurde soeben in die Kommission zur Aufklärung der Verbrechen des Regimes gewählt. Bei der Feier dieses Ereignisses, zu der auch der Nachbar Roberto, ein freundlicher und feinsinniger Arzt eingeladen ist, meint Paulina in ihm ihren ehemaligen Peiniger wiederzuerkennen. Was für die beiden Männer als ein lockeres Gespräch über Vergangenheitsaufarbeitung begann wird, als Paulina Roberto überwältigt und fesselt, plötzlich zur persönlichen Auseinandersetzung mit den erlittenen Gräueltaten. In der Umkehrung der Machtverhältnisse spielt Paulina die Ereignisse der Vergangenheit noch einmal durch. Sie versucht damit gewaltsam zu erzwingen, was ihr die offizielle Rechtsprechung nicht bieten kann: Ein umfassendes Geständnis des Täters.

Das Stück Der Tod und das Mädchen entstand 1991, kurz nach der Wiederherstellung der Demokratie in Chile. Der Autor Ariel Dorfman greift darin die erste öffentliche Debatte nach dem Umgang mit den Verbrechen des Pinochetregimes und die Frage nach Vergangenheitsaufarbeitung auf.

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AUSSTATTUNG / BÜHNE: Karl-Heinz SteckKOSTÜME: Karl-Heinz SteckDRAMATURGIE: Henrik Kuhlmann, Anna LanghoffMIT: Katrin Huke, Thomas Fritz Jung, Axel Julius FündelingWEITERE: Ana Gutschke, Philipp Teich