08.12.2016 | Stadttheater

Ottfried Fischer & die Heimatlosen – Wandogo


Ottfried Fischer


Wenn die Festplatte den Zugriff verweigert oder die Meta-Ebene in Frage gestellt wird oder wenn wir eine furchtbare Angst verspüren vorm Daheimbleiben, was ist das? Wir nennen es Wandogo Filosofi, eine Phänomen der Geisteswissenschaft. Für das gleichnamige Programm von Ottfried Fischer, haben namhafte Komponisten wie Hummel, Baumann, Knabel, Thalhbauer oder Rich Laughlin  schon unendlich viele Melodien komponiert. Die Texte bestehen aus wahrhaft Gedichtetem und gedichtetem Wahren, manchmal ernsthaft, manchmal lustig, eine Labsal des Nachdenkens bestehend aus Ottfried Fischers Gedichten seines grenzenlosen Lebens. Vergessen Sie Volkshochschule und Management-Trainings -  wir operetten die Welt. Es klingt geheimnisvoll - die Wandogo Filosofi, dargeboten von Ottfried Fischer und den Heimatlosen, einer spektakulären Band, die alles auf der Welt spielen könnte, aber sich weigert, es zu tun. So geht es in diesem Programm um einen auf einer Insel gestrandeten Dirigenten und seine vier Musiker. Die Musiker haben ihre Instrumente gerettet und meutern, indem sie sich weigern,  Operette zu spielen. Der Dirigent seinerseits hat 200 Libretti der beliebtesten Operetten seit Bestehen retten können. Das führt zu Konflikten und lässt alle übersehen, dass die Existenz unserer Helden nachhaltig bedroht ist,  es nicht mehr lange weitergeht. Unsere vier Musiker und der Dirigent, die sich auf ein Floß retten konnten, stellen fest, dass der Weltuntergang noch zu erwarten ist und beschließen, der Geschichte folgend, den Tanz auf dem Vulkan zu wagen und das gibt ein sagenhaftes Programm aus den Kompositionen von Hummel, Baumann, Knabel, Thalhbauer und Rich Laughlin, das mit der Erkenntnis endet - „not only fat men dancing", mit anrührenden bis aufrüttelnden Gedichten, Lesungen, Sketches aus der Feder von Ottfried Fischer und der Einsicht, dass ein Floß nur so lange hält, solange die Stricke zusammenhalten. Dieses Programm, mit dem großangelegten Plan ungeschoren davon zu kommen, heißt: „Wir oper-retten die Welt." Was letztlich nur möglich scheint mit der Erweiterung des Horizonts -  „verlass die Heimat um sie zu verstehen, aber sei auch bereit und verrückt genug, notfalls noch einmal zu gehen". Und dabei wirst du merken: „Nicht nur dein schwimmender Untersatz ist ein Floß, die ganze Welt bis hin zum Festland, alles nur Floß mit eigentlich gut erkennbarem Verfallsdatum." Ein Programm zum Weinen und Lachen über die Schönheit des Lebens, die sich in der Lebensfreude eines Ottis-Dance äußert.