17.10.2018 | Spiegelhalle

Christoph Nix liest "Muzungu oder der erste Schnitt"


Lesung


Auf der Matrix eines Kriminalromans entwickelt der Autor das Bild ugandischer Gesellschaft, zeichnet die Abgründe von Entwicklungspolitik und schildert, warum die Staaten Ost-Afrikas immer neue Diktatoren gebären. So gelangen wir immer wieder nach Schweden, damit nach Europa, wo wir erkennen, dass die Apartheidpolitik Südafrikas noch lange nicht zu Ende ist. Der Roman erzählt vom Aufstieg des Präsidenten Yakob Asveni und seiner Familie, der Weg vom demokratischen Politiker zum Diktator. Zugleich schildert er, wie ein junger Soldat zu einem selbständig denkenden Menschen wird. Oanda wird zum Subjekt, das sich nach aufgeklärter Gesellschaft sehnt, aber mittendrin steckt in Korruption, dem Elend der Kindersoldaten im Norden Ugandas, dem internationalen Goldhandel und den Bodenschätzen des afrikanischen Kontinents. Die Geschichte ist spannend erzählt und politische Aufklärung geschieht sozusagen nebenbei. Zwischen einem Mord in Stockholm und einem weiteren in Kampala besteht ein alter und dunkler Zusammenhang. Zwischen dem schwedischem Establishment und dem Geheimdienst Südafrikas bestehen enge Beziehungen. Davon erzählt ein anderer Protagonist dieses Romans, der etwas zu Ende bringt, was zu Ende gebracht werden muss. Es ist eine Anmaßung, wenn ein Europäer über die afrikanische Seele spricht. Darin liegt das eigentliche Risiko dieses Buches.

 

 

NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN