03.03.2017 | Stadttheater

Kubanische Filmnacht




Hamlet in Kuba - Dokumentarfilm von Claudia Knupfer und Hubl Greiner 2016

Inspiriert von einem Theaterstück des kubanischen Autors Rogelio Orizondo vergleicht der Film die in Szene gesetzten Themen von Sinnsuche und persönlicher Entfaltung mit den Lebensverhältnissen junger Leute im heutigen Kuba. Was denken und fühlen die Menschen in einem Land, das nahezu zum Mythos erhoben ist? Wie stehen sie selbst zu ihrer Geschichte? Und wie sehen sie die Entwicklung ihres Landes? Was gibt es für Hoffnungen oder Ängste?

"Gestern habe ich aufgehört mich zu töten, Dank dir Heiner Müller" wurde als deutsche Erstaufführung am Konstanzer Theater von Andreas Bauer inszeniert und zum Festival de Teatro de La Habana eingeladen. Die Autoren haben das Konstanzer Ensemble auf dieser Gastspielreise im Oktober 2015 begleitet und das Leben in Havanna in sehr persönlichen Bildern und Interviews festgehalten.


CONDUCTA – Wir werden sein wie Che

Carmela ist Lehrerin und kämpft schon seit den ersten Tagen der kubanischen Revolution mit Herzblut für ein vorbildliches Schulsystem. Jetzt steht sie kurz vor der Pensionierung und lehnt sich gegen absurde bürokratische Beschlüsse ebenso auf wie gegen der Wertezerfall der kubanischen Gesellschaft.

Chala ist einer ihrer Lieblingsschüler. Mit seiner alkoholkranken Mutter lebt er in einer heruntergekommenen Wohnung im Zentrum Havannas und ist der Ernährer der Familie. Sein vermutlicher Erzeuger, der Überlebenskünstler Ignacio, schlägt sich mit illegalen Hundekämpfen durch. Chala versorgt dessen Hunde und seine geliebten Tauben, macht in der Schule gern seine Späße und versprüht vor den Mädchen seinen unwiderstehlichen Charme. Mit seinen Freunden schließt er riskante Wetten ab und kommt dabei fast zwangsläufig immer wieder mit dem Gesetz und den Ordnungsvorstellungen der Schulleitung in Konflikt. Doch als er deshalb in ein Erziehungsheim geschickt werden soll, zieht Carmela alle Register, wohl wissend, dass nicht Chala, sondern das System das Problem ist.

Ernesto Daranas dringt mit CONDUCTA ins Herzstück der Errungenschaften der kubanischen Revolution ein und verbindet in großartigen Gesten Sozialkritik und bewegendes Gefühlskino. "Beim kubanischen Kinopublikum war CONDUCTA der meist gesehene, heissest geliebte und heftigst diskutierte Spielfilm 2014. Seit den Zeiten von Fresa y chocolate und La vida es silbar hat kein Film aus Kuba Wahrhafttigkeit, Humor und Zärtlichkeit so bestrickend vereint wie diese Geschichte über die Freundschaft zwischen einem schwierigen Schüler aus Havanna und seiner lebensklugen alten Lehrerin" (Walter Ruggle, trigon-film).

2014 wurde CONDUCTA mit dem Hauptpreis der internationalen Jury beim Filmfestival Havanna ausgezeichnet.

In Kooperation mit dem ZEBRA Kino e.V.