07.06.2017

Die Frau meines Vaters - Erinnerungan an Ulrike Meinhof


Anja Röhl


Anja Röhl macht in ihrem „stillen und leisen Text" (Spiegel, 2013), die andere Ulrike Meinhof sichtbar, die Journalistin, die engagierte Gegnerin von Gewalt und Unrecht und die investigative Autorin auf dem Gebiet der Heimerziehung, womit sie einleitete, dass die Heimerziehung in Deutschland sich umfassend reformierte und aus seiner bis dahin noch ungebrochenen NS-Kontinuität befreite. Anja Röhl will mit ihrem Buch einen Mosaikstein dazu liefern, dass auch dieses andere Bild nicht vergessen wird, wenn man sich mit dieser historischen Figur beschäftigt. Das Buch ist eine literarische Verarbeitung von subjektiven Erinnerungen an Ulrike Meinhof. Diese Erinnerungen werden auf dem Hintergrund von Kindheitserlebnissen in Erziehungsinstitutionen, dem Postfaschismus der Adenauer-Ära, fehlender Elternkompetenz der Kriegs- und Führerkinder, und der Zeit der Studentenproteste während des Kalten Krieges chronologisch aufgeblättert. Dies geschieht aus Sicht eines Kindes, einer Jugendlichen, einer jungen Frau, in Hamburg-Barmbek,  in Westdeutschland, zwischen 1958 und 1976.

Nach der Lesung wird es Raum für Nachfragen und Zeit für Diskussionen geben.