07.05.2017 | Sonstige

In Memoriam Ilse Rau


Beate Rau


Meine Mara - Jahre

VERFOLGUNG.FLUCHT. FREMDE. Und ein geglückter Neuanfang - Eine berührend erzählte Selbstvergewisserung

Die Autorin Ilse Rau (1928 bis 2016) gehört zu den Verfolgten des Naziregimes, denen ein Neuanfang möglich war und glückte. Ihre zunächst behütete Kindheit im sächsischen Chemnitz endet gewaltsam mit Hitlers Machtergreifung. Das väterliche Textilunternehmen wird 1935 arisiert, der Vater stirbt ein Jahr später. Ihre protestantische Mutter - zur „Geltungsjüdin" erklärt - organisiert die Flucht nach Belgien, das wenige Monate später von den Deutschen besetzt wird. Beide überstehen dort die Jahre von Krieg und Verfolgung. Ilse wird zweisprachig und erfährt Unterstützung und Förderung von belgischen Lehrerinnen. Mit 13 Jahren begegnet sie dem deutschen Besatzungssoldaten Walter, mit dem sie nach dem Krieg einen intensiven Briefwechsel aufnimmt. Als Zwanzigjährige kehrt sie nach Deutschland zurück, um mit ihm eine Familie zu gründen und wird in Tübingen Mutter von neun Kindern. In den 60er Jahren Ausbildung zur Psychotherapeutin. Den von ihr sehr geliebten Beruf übt sie bis zu ihrem 82. Lebensjahr aus. Davon 24 Jahre in Konstanz in gemeinsamer Praxis zusammen mit ihrem zweiten Lebenspartner Guido Groeger. In ihren letzten Lebensjahren in Tübingen wendet sie sich ihrer persönlichen Geschichte zu, die sie zunächst nur für Familie und Freunde aufschreibt. Unter dem Titel „Meine Mara-Jahre" wird der gründlich überarbeitete Text 2016  im Libelle-Verlag veröffentlicht. 

 

Lesung mit Beate Rau - Tochter von Ilse Rau 

Musikalische Umrahmung Constanze Brahn - Flöte

Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz und der Buchhandlung Homburger und Hepp.

 

Die Lesung findet in der Buchhandlung Homburger & Hepp statt.