30.09.2017 | Spiegelhalle | 1:40H ohne Pause | Altersempfehlung +12

Adams Äpfel


Anders Thomas Jensen
REGIE: Ingo Putz


"Es gibt keine schlechten Menschen", ist Dorfpfarrer Ivan überzeugt, der in der tiefsten dänischen Provinz eine Art religiöses Resozialisierungslager für ehemalige Straftäter betreibt. In seiner Oase der Nächstenliebe tummeln sich nur die aussichtslosesten Fälle: kleptomanische Triebtäter, verantwortungslose Alkoholikerinnen, schießwütige Tankstellenräuber. So klein seine Gemeinde, so groß ist Ivans Eifer. Doch Neuzugang Adam, ein gewalttätiger Neonazi, frisch aus dem Gefängnis entlassen, will sich partout nicht durch das Wort Gottes auf den rechten Pfad führen lassen. Als Ivan Adams sarkastisch formuliertes Vorhaben, als Rehabilitationsmaßnahme einen Apfelkuchen zu backen, wortwörtlich nimmt, entspinnt sich ein Machtkampf von biblischem Ausmaß. Ivans Barmherzigkeit kennt kein Pardon, seine Gnade duldet keinen Widerspruch, seine Güte kennt kein Maß. Und Adam setzt alles daran, Ivans bedingungslosen Glauben zu erschüttern und ihn zu zwingen, der trostlosen Realität ins Auge zu blicken. Ein Parforceritt durch ein Fegefeuer der Lebenslügen beginnt.

Die aberwitzige Groteske des dänischen Filmregisseurs Anders Thomas Jensen gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Adams Äpfel ist eine bitterböse Komödie über den schmalen Grat zwischen Glauben und Fanatismus, über die Macht der Selbsttäuschung und nicht zuletzt über die Erlösung durch Apfelkuchen.

 

Wer den Film mag und/oder über Humor jenseits der politischen Korrektheit lacht, den erwartet hier eine intelligente, makabre und irre-komische Inszenierung, die als weitaus mehr gesehen werden darf, als eine blosse Adaption des Filmes.Veronika Fischer, Kulturmagazin Saiten St.Gallen, 13.10.2017
Begeisterter und verdienter Schlussapplaus.Brigitte Elsner-Heller, Thurgauer Zeitung, 4.10.17
Man könnte Ingo Biermann und André Rohde als Traumpaar bezeichnen. Die beiden Schauspieler, die oft bewiesen haben, dass sie sich blind verstehen, leben ausdruckstark in ihren Rollen, und die übrigen Darsteller docken mit ihren eigenen Qualitäten nahtlos an.Brigitte Elsner-Heller, Thurgauer Zeitung, 4.10.17
Das Ergebnis ist nicht nur menschlich anrührend, sondern auch in allem urkomisch. Die Inszenierung von Ingo Putz bleibt nahe an der Vorlage, wobei man hier dem verrückt-genialen Setting bald mehr noch verfällt als dem Film.Brigitte Elsner-Heller, Thurgauer Zeitung, 4.10.17
Das Bühnenbild von Marie Labsch wirft Fragen auf, auf die man sich gerne einlässt.Maria Schorpp, Südkurier, 5.10.17
Die Inszenierung von Ingo Putz versteht es überhaupt gut, die Intentionen des Films in Theatersprache zu übersetzen.Maria Schorpp, Südkurier, 5.10.17

Zusätzliche Vormittagstermine:

04. Oktober 2017

10. Oktober 2017

27.Oktober 2017

09. November 2017

13. November 2017

jeweils 10:00 Uhr

NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN


AUSSTATTUNG / BÜHNE: Marie LabschKOSTÜME: Marie LabschDRAMATURGIE: Eivind HauglandMIT: Katrin Huke, André Rohde, Ingo Biermann, Arlen Konietz, Julian Härtner, Detlef Lilie, Markus Schoenen, Julian Jäckel, Robi Pozderec, Marius Werner. Jakob Holupirek, Belá Kocher, Nikolai Stross, Jens Weber, Helmut HellerWEITERE: Nicole Greue, Árpád Porcza, Lucia Wunsch, Jana Winterhalter, Henrike Gesa Timm, Laura Kabobel