23.02.2018

Die unsichtbare Hand


Ayad Akhtar


Der Banker Nick ist Gefangener einer islamistischen Splittergruppe in Pakistan. Doch eine Zahlung des geforderten Lösegeldes ist kaum zu erwarten. Um sein Leben zu retten schlägt er den Entführern vor, mit seinem Vermögen von drei Millionen auf den globalen Finanzmärkten zehn Millionen zu verdienen. Im Lauf eines Jahres. Nach ersten Zweifeln gehen die Geiselnehmer auf den Handel ein. Und Nick, in der Gewalt eines ebenso idealistischen wie rücksichtslos egoistischen Imams, spekuliert nun online an der Börse. Mit nicht geringem Erfolg. Während der Geistliche und dessen Anhänger zunehmend der Verführung des Geldes erliegen und seine kalte Dynamik entdecken, die es ermöglicht, regionale Konflikte ebenso zu beeinflussen, wie die Weltpolitik. Um so mehr Geld auf die Konten der Extremisten fließt, um so mehr unterwandert der Glaube an die unsichtbare Hand des Marktes den Glauben an die Hand Allahs. Und an die Definitionen kultureller wie politischer Identitäten. Bis sich die Frage stellt, was Treibstoff des Terrors ist: religiöser Fundamentalismus oder doch eher die Schere zwischen Arm und Reich? Auf spannende Weise übersetzt der amerikanische Erfolgsautor Ayad Akhtar das Missverständnis der Ideologien in einen Thriller, der vom Verhältnis des heutigen Terrorismus zu der Macht des Kapitals erzählt und daran erinnert, dass Geld auch zu Terror werden kann, mit dem sich dann wiederum Geld machen lässt.

Ayad Akhtar ist ein US-amerikanischer Autor pakistanischer Herkunft. Er schrieb das Drehbuch zu dem Film „The War Within" und den Roman „Himmelssucher". 2012 gewann sein Stück „Geächtet"u.a. den Pulitzer Theaterpreis und wurde 2016 bei der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Theater heute zum „ausländischen Stück des Jahres 2016" gewählt. „Die unsichtbare Hand", uraufgeführt 2012 in New York, gewann 2012 den St. Louis Critics Circle Awards, 2015 den OBIE Award und den Ourter Critics Award.