23.03.2018

Salome


Einar Schleef nach Oscar Wilde
REGIE: Vera Nemirova


In Judäa tobt ein Glaubenskrieg. An jeder Straßenecke wird einem anderen Gott gehuldigt, Götzen werden angebetet und Propheten predigen den Untergang der Welt. Insbesondere eine neue Religion um einen zwanzigjährigen Nazarener, den seine Anhänger Messias nennen, hat großen Zulauf bei der Bevölkerung. Am Hof des Königs Herodes Antipa dagegen herrscht zügelloses und lasterhaftes Treiben. Herodes hat nicht nur seinen Bruder umgebracht und dessen Frau geheiratet, sondern kooperiert, auf seinen eigenen Vorteil schielend, mit der römischen Besatzungsmacht. Deswegen fürchtet er die scharfe Zunge des Propheten Johannes, dem Anhänger der neuen Religion, der die Menschwerdung Gottes und das Nahen des Jüngsten Gerichts verkündet. Da der Prediger im ganzen Land zum Widerstand gegen die Obrigkeit aufruft, hält ihn Herodes in einer Zisterne gefangen. Auch die Königin Herodias fühlt sich von Johannes bedroht, prangert er doch öffentlich die Sündhaftigkeit ihrer Ehe an. Allein Salome, die junge Prinzessin, fühlt sich von dem fanatischen Asketen und seinen Überzeugungen angezogen. Als dieser jedoch ihre Annäherungen ablehnt und sie als schamlose Tochter Babylons beschimpft, willigt das gekränkte Mädchen in einen unmoralischen Handel ein. Sie tanzt für ihren lüsternen Stiefvater Herodes den Tanz der sieben Schleier, doch fordert sie als Gegenleistung einen hohen Preis.

Der 2001 verstorbene Theaterregisseur und Autor Einar Schleef hat aus Oscar Wildes einziger Tragödie einen politischen Text über religiösen Extremismus geschaffen.

Vera Nemirova ist eine bulgarisch-deutsche Regisseurin und studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Ihre Inszenierungen führten sie ans Teatro Liceu Barcelona, der Staatsoper Berlin, dem Theater Magdeburg, der Nationaloper Bukarest, dem Theater Freiburg, der Oper Graz, der Hamburgischen Staatsoper, dem Luzerner Theater, den Salzburger Festspielen und der Wiener Staatsoper.