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22.06.2018 | Freilichtbühne | 2:30h inkl. einer Pause

Cyrano de Bergerac


nach Edmond Rostand von Daniel Grünauer, Daniel Morgenroth, Christoph Nix


Cyrano de Bergerac, Gardeoffizier und freiheitsliebender Dichter mit spitzer Zunge sowie auffällig unschöner Nase, scheut im Paris des siebzehnten Jahrhunderts keine Auseinandersetzung. Gewandt in Wort und Degen, entlarvt er die leeren Worthülsen falscher Poeten, die Intrigen und den zügellosen Machtmissbrauch der Aristokraten. Dagegen verlässt ihn der Mut bei seiner schönen Roxane und fürchtet sich davor, ihr seine Liebe zu gestehen, zumal sich Roxane in den gut aussehenden Christian verliebt hat, der in Cyranos Gardetruppe dient. Mit Cyranos und Christians "Gaben" gilt es nun, die Geliebte gemeinsam zu gewinnen. Gedanken, Stimme, Verse von Cyrano. Gesicht und Körper von Christian.

Roxane indes muss sich gegen die Zudringlichkeiten des Grafen Guiche zur Wehr setzen. Als Cyrano der Begierde des Grafen einen Strich durch die Rechnung macht, versetzt dieser Cyrano und Christian an die Front, wodurch das gefährliche Spiel mit den Gefühlen dreier Menschen eine neue Richtung einschlägt...

Edmond Rostands Geschichte feiert die Macht der Liebe und Poesie. Mark Zurmühle inszeniert das tragisch-komische Versdrama als rasantes Mantel- und Degenstück auf dem Münsterplatz mit dem Ensemble und einer Vielzahl an Darstellern aus Konstanz und der Region. Angereichert mit lebendiger Livemusik erwartet Sie ein großer Stoff vor einmaliger Kulisse - das Freilichttheaterspektakel des Jahres.

Mark Zurmühle war Schauspieldirektor am Theater Basel, am Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Hannover. Von 1999 bis 2014 war er Intendant des Deutschen Theater Göttingen. Seine freie Regietätigkeit führte ihn ans Maxim-Gorki-Theater in Berlin, ans Thalia Theater Hamburg und an das schauspielfrankfurt. Ab der Spielzeit 17/18 ist er Schauspieldirektor am Theater Konstanz.


Eintrittspreise

Premiere: 37,-€
Tagespreis: 35,-€ auf allen Plätzen

Ermäßigungen (außer Premiere):

Schwerbehinderte ab 80% Behinderung und Begleitpersonen von RollstuhlfahrerInnen: 30,-€
SchülerInnen, Studierende und Auszubildende: 15,-€
Familientageskarte (5 Personen, davon max. 2 Erwachsene): 99,-€
Gruppen ab 20 Pers.: 31,50€/Person
Schülergruppen: 15,-€/Person

Bitte wenden Sie sich zur Inanspruchnahme von Ermäßigungen direkt an die Theaterkasse.


…Die Hüpfburg, die als Luftschloss neben dem Münster aufgeblasen wurde (Bühne von Marie Labsch), lädt denn zu etlichen Hüpfereien ein, die zu richtig guten Bildern vom instabilen Untergrund dieser Lebensbedingungen erzählen, die viel Kraft, aber keinerlei Erdung bieten. Alles schwankende Gestalten, die sich irgendwie aufrecht halten müssen, insbesondere wenn Krieg ist und alle hingehen müssen.Maria Schorpp, thurgaukultur, 25.6.18
Da ist ein wunderbarer Ingo Biermann, der sich in seine aufoktroyierte Hässlichkeit hinein und mittels der Poesie wieder herausspielt. Neben ihm mimt Georg Melich den unsympathischen Prinz Charming und Thomas Fritz Jung stirbt so ergreifend, dass selbst die alte Kastanien am Platz mit ihren Blättern raunen. Laura Lippmann lässt den Degen (Fechtszenen: Johannes Nix) ebenso gekonnt durch die Luft fliegen wie ihre Highheels und zeigt dabei die komplette Bandbreite weiblicher Emotionalität – von der sexy Verführerin bis hin zur frommen Nonne. Jonas Pätzold sieht aus wie eine missglückte Version von Conchita Wurst und tanzt (Choreografien: Ana Mondini) in diesem Aufzug mit Gregor Müller, der zeigt, was Männer in Leggins können, sowie dem aus allen herausragenden Tomasz Robak.Veronika Fischer, Seemoz und Saiten St.Gallen, 25.6.18
Herrlich spielerisch geht Zurmühle mit der Vorlage um, geschickt tanzt er auf dem Grat zwischen Komödie und Tragödie.
… Frisch und frech ist die neue, gekürzte Konstanzer Textfassung von Daniel Grünauer, Daniel Morgenroth und Christoph Nix, die Verssprache und Poesie beibehält. Köstlich führt sie Cyranos große Eloge auf seine Nase ins Heute fort.
… Einen Mantel- und Degen-Schinken würde heute keiner mehr ertragen, doch so amüsant spielerisch und ernst zugleich wird das 1897 uraufgeführte romantische Versdrama zum wahren Vergnügen.
Christel Voith, Schwäbische Zeitung, 25.6.18
Und wie Ingo Biermann seinen Cyrano flehen, flüstern, seufzen, wie er ihn über die Gräuel einfach hinwegsingen lässt, während um ihn der Kampf hin und her wogt, die Gascogner Kadetten wie Untote über die Bühne kriechen, da spürt man die Kraft der Liebe.
… Regisseur Zurmühle findet in der Konstanzer Festspielpremiere die Balance zwischen Heldentum und Humor. Gut, auch hier tragen Cyrano und Konsorten Federhut und Degen, die langen Haare und die Flatterhemden wehen im Wind; da kommt man wohl nicht drumherum. Doch der Konstanzer «Cyrano de Bergerac» ist eine Art Rockmärchen mit viel Musik, Verssprache, Witz – und einem grossen Luftschloss.
… Und während der Himmel über Konstanz eindunkelt, das Licht schwindet, ein laues Lüftchen weht, lässt man sich fallen in die alte Geschichte von lieben, geliebt werden und heimlich ¬lieben, erzählt von Menschen aus einem fernen Jahrhundert, die sehr weit gehen für ihre Liebe. Weiter, als man selbst es vielleicht tun würde. Aber dafür gibt es ja Theater.
Julia Nehmiz, St.Galler Tagblatt, 23.6.18
Darstellerisch überzeugen kann insbesondere Ingo Biermann als ein Poet wider Willen: Im täglichen Kampf gegen Hohn und Spott bildet man sich ganz von selbst zum rhetorischen Meister aus. Thomas Fritz Jung erheitert mit anrührender Einfalt beim Ringen um hehre Worte, mit denen sich das Herz einer Frau erweichen ließe („Ich liebe dich. Also: Ich … äh, liebe dich sehr. Wirklich! Du bist außerdem schön!“). Und Laura Lippmann gefällt mit anfangs kindlichem Narzissmus, der sich allmählich in aufrichtige Sehnsucht nach Liebe wandelt.
… Und als sie erleben muss, wie der nicht nur schöne, sondern vermeintlich auch kluge Kadett im Kampf sein Leben aushaucht, da spürt das eben noch naiv schwelgende Mädchen plötzlich die existenzielle Kraft der Liebe. Im Wahn der Verzweiflung sticht sie mit dem Degen ins Gummi: Ganz langsam sinkt das Luftschloss in sich zusammen, gewinnt das echte Leben wieder an Kontur.
Johannes Bruggaier, Südkurier, 25.6.18
Ein wunderbares Stück über die Liebe wird derzeit mit „Cyrano de Bergerac“ auf der Freilichtbühne in Konstanz aufgeführt.
…Die Kraft, die die verschiedenen Szenen entfalten, entstehen zum einen ganz automatisch durch die wunderbare, zeitlose Sprache des Dramas, zum anderen durch die schauspielerische Leistung der Beteiligten. Allen voran Ingo Biermann als Cyrano und Laura Lippmann als Roxane, die den passenden schauspielerischen Ausdruck finden zu Worten wie „Mein ganzes Herz ist auch im Tode dein, und alle Glut, die liebend ich dir zolle, flammt noch in meiner Augen letztem Strahl …“
Daniel Gerber, Konradsblatt 10.7.18



MUSIKALISCHE LEITUNG: Gabriel CazesAUSSTATTUNG / BÜHNE: Marie LabschKOSTÜME: Nic TilleinCHOREOGRAFIE: Ana MondiniDRAMATURGIE: Daniel GrünauerMIT: Laura Lippmann, Vanessa Radman, Georg Melich, Thomas Fritz Jung, Ingo Biermann, Gregor Müller, Tomasz Robak, Jonas Pätzold, Matthias MitteldorfMUSIK: Gabriel Cazes, Stefan Gansewig, Jojo Büld, Wolfgang Kehle, Menuhin Reinen, Frank Denzinger, Martin DeufelWEITERE: Johannes Nix, Bernd Oßwald, Stefan Eberle, Nicole Greue, Elena Bulochnikova, Carolin Schmelz, Carla Seibert, Emely Otto, Tanja Hasslinger, Nadine Schneider