09.12.2017 | Spiegelhalle

Nathan der Weise


Gotthold Ephraim Lessing


Von einer Geschäftsreise nach Jerusalem, Schmelztiegel und Zentrum der monotheistischen Religionen, heimkehrend, findet der jüdische Kaufmann Nathan von seinem Eigenheim nur Schutt und Asche vor. Ein Feuer zerstörte sein Hab und Gut und kostete beinahe das Leben seiner Tochter Recha. Nathan jedoch empfindet keine Rachegefühle gegenüber den Brandstiftern, sondern Dankbarkeit für den jungen Tempelherrn, der Recha  im letzten Augenblick zur Hilfe geeilt und sie aus den Flammen gerettet hat. Seit dieser kurzen Begegnung fühlen sich der Christ und das jüdische Mädchen voneinander angezogen. Eine Verbindung, die angesichts der politischen Situation der Glaubenskriege, von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden würde. Währenddessen bestellt der in Geldnöte geratene Sultan Saladin Nathan in seinen Palast. Doch Lessings Nathan hat nicht umsonst den Beinamen „der Weise", er begegnet finanziellen Forderungen mit der Vernunft der Ringparabel und Konflikten zwischen den Religionen mit Familienbanden.

Gotthold Ephraim Lessings letztes dramatisches Werk Nathan der Weise ist eine Fortführung der theologischen Auseinandersetzung mit dem Hamburger Pastor Goeze. Nachdem der Herzog von Braunschweig 1778 den Briefwechsel verboten hatte, wechselt Lessing die Darstellungsebene und begegnet dem Dogmatismus und dem Fanatismus seiner Gegner mit religiöser Toleranz und Gleichberechtigung der Religionen. In der heutigen Zeit, in der das Feuer der Glaubenskriege wieder hoch zu lodern droht, ein aktuelles und wichtiges Werk.

Mark Zurmühle war Schauspieldirektor am Theater Basel, am Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Hannover. Von 1999 bis 2014 war er Intendant des Deutschen Theater Göttingen. Seine freie Regietätigkeit führte ihn ans Maxim-Gorki-Theater in Berlin, ans Thalia Theater Hamburg und an das Schauspiel Frankfurt. Ab der Spielzeit 17/18 ist er Schauspieldirektor am Theater Konstanz.

 

NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN


AUSSTATTUNG / BÜHNE: Eleonore Bircher, Mark ZurmühleKOSTÜME: Eleonore Bircher, Mark ZurmühleDRAMATURGIE: Miriam FehlkerMIT: Johanna Link, Sylvana Schneider, Bettina Riebesel, Jörg Dathe, Ramses Alfa, Julian Härtner, Tomasz Robak, Odo Jergitsch, Axel Julius FündelingWEITERE: Rabea Schubert, Setfan Eberle, Lorenz Leander Haas, Arpád Porcza, Johanna Heep