03.02.2018

Wut


Elfriede Jelinek
REGIE: Claudia Meyer


Als Wut bezeichnen wir gemeinhin eine sehr starke Emotion und auch eine impulsive und meist aggressive Reaktion, die durch eine als kränkende Situation oder Bemerkung ausgelöst wird. Wut ist viel heftiger als der bloße Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn. Wer in Wut gerät, verliert die Selbstbeherrschung, jemand, der die öfter tut, wird etwas altertümlich als Wüterich bezeichnet. Die Wut gilt als Regung des einfachen Volkes, wohingegen der Zorn dem Adel und vor allem den Göttern vorbehalten bleibt. Elfriede Jelinek schrieb ihren Theatertext „Wut" im Affekt auf die Anschläge auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo und einen koscheren Supermarkt in Paris. Darin lässt sie unter anderem wütende junge Männer, wütende ältere Bürger, sich selbst als wütende Zuschauerin und die antike Sagengestalt Herakles zu Wort kommen. Dieser tötete dem Vernehmen nach, durch die Göttin Hera in den Wahnsinn getrieben, die eigene Familie. In dieser rasenden Textfläche liefert die Literaturnobelpreisträgerin keine Erklärung aber sicher eine Annäherung an eines der prägenden Phänomene unserer Zeit.

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Konstantina DachevaKOSTÜME: Barbara KurthDRAMATURGIE: Daniel GrünauerMIT: Katrin Huke, Jana Alexia Rödiger, Ralf Beckord, Sebastian HaaseWEITERE: Armin Peterka, Rabea Schubert, Steven Draffehn