17.03.2018 | Werkstatt | 45 Min ohne Pause | Altersempfehlung 7+

Der Hahn ist tot!


Reihaneh Youzbashi Dizaji
Uraufführung


Katze weint, Hund und Esel sind irritiert. Alle gutgemeinten Versuche, sich untereinander zu trösten oder abzulenken, scheitern - denn: Hahn ist tot! Die übrigen drei Bremer Stadtmusikanten finden sich in einer neuen, ungewohnten Situation: Ein zentrales Mitglied ihrer Gruppe fehlt. Was war passiert? Wer hat Schuld am Unfall und dem Tod von Hahn? Was bedeutet das für die drei und wie finden sie wieder die Richtung, ihren Weg?

Autorin Reihaneh Youzbashi Dizaji und Theaterpädagogin Stéphanie Dreher erforschten gemeinsam mit Kindern im Grundschulalter Fragen über Glaube und die Welt. Daraus entstand ein Stück, das sich mit der Vielfalt an kindlichen Glaubensvorstellungen und ihrem Blick auf die Welt spielerisch beschäftigt.

Reihaneh Youzbashi Dizaji wurde 1983 in Tabriz/Iran geboren. Mit acht Jahren floh sie mit den Eltern nach Deutschland. Seit ihrem Schauspielstudium an der ADK Ulm lebt und arbeitet sie als Autorin, Regisseurin und Filmemacherin in Berlin unter anderem an der Volksbühne und am Ballhaus Naunynstrasse. Weitere Arbeiten führten sie nach Göttingen, Köln und Stuttgart. Mit Stuttgart.Teheran. Dialog wurde sie zum Heidelberger Stückemarkt und zum Theatercafé London eingeladen. Auch in Konstanz ist sie keine Unbekannte: 2016 kam ihr Stück Spinne erfolgreich in der Regie von Sascha Flocken zur Uraufführung.

Regisseur Sascha Flocken haben einen bild- und bewegungsstarken Einstieg dafür gefunden, wie es ist, mit dem plötzlichen Wegsein eines geliebten Wesens zurechtzukommen.
Das Stück gründet auf Aussagen von Sechs- bis Zehnjährigen der Konstanzer Berchenschule über das Leben und den Tod. Was letzterer für eine kleine Kinderseele bedeutet, die Angst und das Verlassensein, erfasst das Stück ohne falsche Gefühligkeit, dagegen mit kindlicher Unverblümtheit und herzlichem Humor.
Maria Schorpp, Südkurier, 21.3.2018
Dass die Thematik spielerisch aufgegriffen wird, ist schon auf den ersten Blick zu erkennen. Bühenbild und Kostüme (Franziska Jacobsen) lassen unweigerlich an Spiel, Spaß und gute Laune denken. Die drei Figuren springen auf einem kreiselförmigen Spielbrett herum und tragen dabei Hüte, die wie aus Papier gefaltet aussehen. Ansonsten ist alles schlicht und lässt somit den Schauspielern die Freiheit, den Tieren ihre Charakteristika durch die Spielweise zuzuschreiben. Hier wird der Einfluss der Grundschulkinder besonders schön deutlich. Die Tiere erzählen sich von ihren nächtlichen Träumen, von Gewehren und Abgründen, vom Verlassensein und Nichtfliegenkönnen. Ein schöner Gesprächseinstieg nach der Inszenierung. Überhaupt öffnet das Stück viele Türen für den Austausch, auf eine ganz leichte Art, ohne Schwermut oder Ängste.
Veronika Fischer, Seemoz, 4.4.2018


AUSSTATTUNG / BÜHNE: Franziska JacobsenKOSTÜME: Franziska JacobsenDRAMATURGIE: Daniel GrünauerMIT: Lea Beie, Vanessa Radman, Jonas Pätzold WEITERE: Dr. Manfred Jahnke, Armin Peterka, Elena Bulochnikova, Stephanie Dreher, Rabea Schubert, Lea Schütz, Henrike Timm, Nadine Schneider