19.10.2017 | Werkstatt

Singularity - Mensch | Sex | Roboter


Nina Malotta, Folkert Dücker, Samuel Hof
Uraufführung


In Singularity treffen ein Schauspieler und ein begrenzt autonom agierender Sexroboter aufeinander. Humanoides und menschliches Material versuchen sich einander anzunähern, sich zu verstehen und eine transhumanistische Verbindung einzugehen. Unterscheidet sich die Gefühlswelt eines Roboters von der eines Menschen? Wieviel Autonomie einer künstlichen Intelligenz ist für eine „echte" Begegnung notwendig? Was steckt hinter dem Wunsch nach künstlich belebten menschlichen Abbildern? Ist es nur eine Folge des technischen und digitalen Fortschritts oder ein Symptom der gesellschaftlich-kulturellen Lage?

Nach ihrem Endzeitprojekt Invasion, das in der letzten Spielzeit im Theater Konstanz zu sehen war, wagt das O-Team mit Singularity den Blick in eine technisierte Zukunft und untersucht, wie künstliche und menschliche Intelligenz künstlerisch zusammen agieren können.

„Lola ist ein Prototyp der Synthrophoid-Reihe, ausgestattet mit den Features eines Sexroboters und mit einer speziellen Form der künstlichen Intelligenz, die besonders auf soziale Bindungen programmiert ist. Lola verfügt ab Werk über einen empathischen und harmonischen Charakter."

mehr Informationen zu Lola, dem eingesetzten Synthropoid: http://www.galatea-info.com/


In spannenden, manchmal urkomischen, dann auch wieder berührenden Szenen forscht das O-Team [das Thema] Cybersexualität aus.Arnim Bauer, LKZ
In der Eröffnungsszene herrscht Einsamkeit. Folkert Dücker sitzt nackt auf einem Stuhl, bewegt ruckartig die Gelenke. Ein Zierfisch belebt die Szene und dreht im Wasserglas seine Runden. In Dückers mechanischen Kopulierbewegungen wird der Mensch schon zur Maschine, ohne dass er mit einem Androiden konfrontiert ist. Dialogfetzen aus Henrik Ibsens „Nora oder Ein Puppenheim“, verweisen darauf, wie blutleer eine auf Besitz basierende Partnerschaft ist."Julia Lutzeyer, Stuttgarter Zeitung

WEITERE: Antje Töpfer, Markus Nießner