08.11.2017 | Werkstatt

Pol Pots Lächeln oder Recherchen zum guten Glauben


Anne Hoffmann
REGIE: Ruth Messing


Ein Recherche-Theater-Projekt für eine Spielerin und dreizehn Glühbirnen

Was ist der Unterschied zwischen dem, was ich sehe, und dem, was ich sehen will?

Die siebziger Jahre. Es gärt unter der Oberfläche der westlichen Gesellschaften. Da stürzt im fernen Kambodscha ein korruptes Regime, und die kommunistischen Roten Khmer rufen den neuen, gerechten Staat aus.

Gruppierungen der westlichen Linken - wie z.B. der KBW - unterstützen und verteidigen die Politik der Roten Khmer im festen Glauben dort entstehe eine bessere Welt.

Die Schreckensherrschaft von Pol Pot hinterlässt mehr als 1,7 Millionen Menschen. Sie starben durch Hunger, Zwangsarbeit und Hinrichtungen.

Wie gehen wir damit um, wenn wir zugeben müssen, das Entscheidende nicht gesehen zu haben?

Basierend auf der vielfach preisgekrönten literarischen Reportage von Peter Fröberg Idling Pol Pots Lächeln begibt sich Anne Hoffmann auf Spurensuche. Sie setzt sich mit der damaligen Verstrickung ihrer engagierten Eltern auseinander und bearbeitet ein Stück fast vergessene Geschichte - individuelle Geschichte wird in Beziehung gesetzt zur politischen Geschichte und zur Geschichte zwischen zwei Generationen. In Berichten, Zeugenaussagen und Reisetagebüchern rekonstruiert sie jene Verschiedenheit der Perspektiven, die schwindlig macht.

 

Im Anschluss an die Vorstellung gibt es ein Publikumsgespräch mit der Regisseurin und der Schauspielerin statt.

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Moritz FreiMIT: Anne HoffmannWEITERE: Ines Schiller