15.10.2017 | Stadttheater

Pro.log Penthesilea




In der Radikalität seiner Dramaturgie rivalisiert Kleists ‚Penthesilea‘ mit den ‚Bacchen‘ des Euripides, die ebenfalls im Theater Konstanz aufgeführt werden. Beide Tragödien lassen sich einem ‚Theater der Grausamkeit‘ zurechnen, beide lassen die Grenze zwischen Mensch und Tier ungewiss werden, beide Tragödien zeugen von einer massiven kulturellen Desorientierung, die die Grundlagen menschlichen Zeichengebrauchs in Frage stellt. Anders als die ‚Bacchen‘ ist die Handlung der ‚Penthesilea‘ jedoch an eine Kriegssituation gebunden, die die Voraussetzungen theatralen Spiels zweifelhaft werden lässt. Ausgehend von einem Vergleich will der Vortrag den Sonderstatus dieses Stücks in der Geschichte der Tragödie verdeutlichen. Pro.log zur Produktion "Penthesilea" mit Prof. Dr. Juliane Vogel.