07.11.2017 | Spiegelhalle

Theatre Talk: Farbe des Lachens


Theater-Gespräche in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg


In einem gemeinsamen Theaterprojekt beschäftigt sich ein Team von burundischen und deutschen Schauspieler*innen, Autoren und Regisseuren am Theater Konstanz mit der elementaren Frage, was uns in Krisenzeiten zum Lachen bringt. Ausgehend von Labiches Alptraumschwank Die Affäre Rue de Lourcine gibt das internationale Team einen Einblick in seine jeweilige Lebensrealität und blickt in die Abgründe des Menschen - ohne dabei den Humor zu verlieren.

An zwei Terminen diskutieren wir im Anschluss an das Stück in Theatergesprächen über die aktuelle Situation in Burundi und die Rolle von Humor in Krisenzeiten. Der Eintritt zu den Theater-Gesprächen ist frei!


Humor in Zeiten politischer Krise

7.11.2017 | 21.10 Uhr | Spiegelhalle
Gerade in Zeiten politischer Krise kommt dem Humor eine zentrale Rolle zu. Humor kann Menschen zusammenführen, wenn gemeinsam gelacht wird, aber auch Menschengruppen ausgrenzen, über die man sich lustig macht. Karikaturen und Satire gewinnen eine besondere Bedeutung, wenn Kritik an den Machthabern nicht mehr offen geäußert werden darf.

Wir diskutieren: Was ist komisch? Worüber können wir alle lachen? Gibt es eine gemeinsame, die Grenzen der Kontinente überschreitende Sprache des Humors? Unter welchen Rahmenbedingungen entwickelt die Komik sogar subversive oder friedensstiftende Kraft? Und wann ist sie der Ausgangspunkt für Rassismus, Diskriminierung, Genozid? Welche Rolle kann sie in einer zunehmend labiler werdenden Gesellschaft spielen?

Mit: Prof. Dr. Helga Kotthoff, Sprachwissenschaftlerin, Universität Freiburg, forscht u.a. zu Humor in interkulturellen Kontexten | Simplice Mugiraneza, österreichisch-burundischer Comedian | Freddy Sabimbona, burundischer Regisseur und Schauspieler | Moderation: Antonia Beermann, Dramaturgin „Die Farbe des Lachens", Theater Konstanz


Das Lachen stirbt zuletzt? Burundi in der Krise

16.11.2017 | 21.10 Uhr | Spiegelhalle

Seit Jahren befindet sich das ostafrikanische Burundi in einer politischen Krise, die sich in Menschenrechtsverstößen, Machtwillkür und heftigen Auseinandersetzungen äußert. Tägliche Verhaftungen, Verschleppungen und Folter vor allem junger Menschen sollen die Zivilgesellschaft einschüchtern. Unabhängige Organisationen wurden verboten und deren Bankkonten eingefroren. Beobachter sehen das Partnerland Baden-Württembergs am Rande eines Bürgerkrieges. Hunderttausende sind bereits in Flüchtlingslager in den Nachbarländern geflohen.

Wir blicken gemeinsam mit unseren Gästen nach Burundi: Wie ist die aktuelle politische und humanitäre Lage vor Ort? Wie gehen Menschen im Alltag mit der Unberechenbarkeit und Instabilität der gesellschaftlichen Verhältnisse um? In welcher Situation befinden sich Medien und Presse- sowie Meinungsfreiheit im Land? Welche Rolle spielen soziale Netzwerke und digitale Medien in dem Konflikt?

Mit: Uschi Eid, Präsidentin der Deutschen Afrika-Stiftung, u.a. | Moderation: Daniel Grünauer, Dramaturg, Theater Konstanz