20.04.2018 | St. Johann

ENSEMBLE SEQUENTIA




Benjamin Bagby gilt als einer der versiertesten und innovativsten Interpreten mittelalterlicher Musik. Das von ihm gegründete Ensemble Sequentia macht seit Beginn der 1980er Jahre Furore mit herausragenden Interpretationen von Liedern aus der Zeit vor 1300. So studierte Sequentia als eines der ersten Ensembles das Gesamtwerk von Hildegard von Bingen ein, es erschien jüngst in einer neuen neunteiligen Ausgabe bei Sony. Intensive musikwissenschaftliche Forschung verbindet Bagby mit einer faszinierenden Präsenz in seinen Konzerten, seine Performance überzeugt das Publikum durch seine immer wieder überraschende Unmittelbarkeit. Mit Norbert Rodenkirchen erarbeitet er seit einigen Jahren spezielle Programme der frühen Neuzeit für Stimme und Flöte. Rodenkirchen, Flötist und Komponist, lehrt in Köln, und ist sowohl in der Musik des Mittelalters als auch in der Neuen Musik aktiv. Er ist seit 1996 Mitglied von Sequentia. Die beiden interpretieren in Konstanz Lieder von Oswald von Wolkenstein.

Während des Konstanzer Konzils spottete der Tiroler Dichter und Sänger in seinen Liedern über die Missstände in der Stadt: Einerseits beklagt Wolkenstein sich über die hohen Preise, den Diebstahl und die fehlende Unterkünfte („Wer machen well sein peutel ring") andererseits beschreibt er einen verheerenden Besuch im Nachtlokal („Der seines laids ergeczt well sein"). Auch berichtet er in politischen Liedern über Konzil-Entscheidungen „(Ich hab gehört durch mangen granns" - ein Lied über Jan Hus). Neben den berühmten autobiographischen Liedern Oswalds (unter anderem: „Es fügt sich", und „Durch Barbarei, Arabia"), werden Instrumentalstücke basierend auf Melodien von Oswald aufgeführt.