13.06.2018 | Werkstatt

GAZ - Plädoyer einer verurteilten Mutter


REGIE: Marie Luise Hinterberger


Angesichts der europaweiten Terroranschläge junger Männer -  spätestens nach dem Attentat von Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin im Dezember 2016 - stellt sich die Frage nach den Müttern der Männer, die im Namen einer Religion/Ideologie Attentate verüben. Wo sind sie, die Mütter? Was sagen sie zu den Taten ihrer Söhne? Noch hören wir nur allenfalls die Väter oder die Brüder reden; so auch im Fall eines der gefassten Attentäter im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris und Brüssel, wo der Vater der Presse gegenüber sein Unverständnis über die Tat seines Sohnes äußert. Vieles wurde inzwischen geschrieben, recherchiert über die meist jungen Männer, die sich dem IS angeschlossen haben, ihre möglichen Motive, ihre familiären Hintergründe. Was ist mit den Müttern? Wer interessiert sich für ihre Gedanken, ihre Verzweiflung, die Auswirkungen auf ihr Leben?

Wir treffen die Mutter an einem geheimen Ort, an den sie sich vor den Nachstellungen der Presse und Angst vor Rache der Opfer geflüchtet hat. Der Tod ihres Sohnes und seine Tat, die sie in keinem Augenblick gutheißt oder beschönigt, hat ihr buchstäblich den Boden unter den Füssen weggerissen und sie aus ihrer Lebensbahn geworfen. Sie redet sich den Schmerz von der Seele, seltsam gefasst.

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MIT: Anny de Silva, Kirsten Schaefer